Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat Brasilien wegen der Brände im Amazonasregenwald mit Konsequenzen gedroht. "Brasilien hat sich mit Abschluss des Mercosur-Abkommens zu einer nachhaltigen Waldwirtschaft bekannt", sagte Klöckner der Welt. "Wenn das Land dieser Verpflichtung nicht nachkommt, werden wir nicht tatenlos zuschauen."

Das EU-Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur beinhalte ein Nachhaltigkeitskapitel mit verbindlichen Regelungen, sagte Klöckner. "Wenn diese nicht eingehalten werden, kann es die vereinbarten Zollerleichterungen nicht geben. Da geht es auch um unsere Glaubwürdigkeit." Sie werde darüber mit ihrer brasilianischen Amtskollegin bei deren Deutschlandbesuch sprechen.

Der brasilianischen Regierung wird vorgeworfen, nicht genug gegen die Waldbrände im Amazonasregenwald zu unternehmen. Der ultrarechte Staatschef Jair Bolsonaro ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und zweifelt den menschengemachten Klimawandel an.

Umweltschützer machen Bolsonaro dafür verantwortlich, dass die Brände im Amazonasgebiet in diesem Jahr stark zugenommen haben. Streit gab es zuletzt auch über eine Soforthilfe von 20 Millionen Dollar, die die G7-Staaten im Kampf gegen die Waldbrände zugesagt haben.

Waldbrände - Jair Bolsonaro wirft Emmanuel Macron Kolonialismus vor Der brasilianische Präsident hat die Hilfsangebote für den brennenden Amazonas zurückgewiesen. Die G7-Länder seien nur an den Ressourcen Brasiliens interessiert. © Foto: Antonio Cruz/Agencia Brazil/dpa