Eine Zusammenarbeit mit der AfD kommt für den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) nicht infrage. Das bekräftigte Kretschmer im Morgenmagazin der ARD: "Es wird keine Regierung mit der AfD geben", stellte er klar. Und verglich einen Teil der AfD mit der rechtsextremen NPD: In der Alternative für Deutschland gebe es eine "ganz starke Strömung", die an die NPD erinnere. "Das macht uns große Sorgen", sagte der CDU-Politiker.

Vor Kurzem hatte Kretschmer schon einmal einen Vergleich zwischen der AfD und der NPD angestellt. Er hatte kritisiert, dass von der AfD "eine Tonlage, die wir bisher nur von der NPD kannten", komme. Seiner Ansicht nach entwerfe die AfD ein "Zerrbild" der Situation in Sachsen und versuche, eine Protestwahl zu erzeugen. Potenzielle Wählerinnen und Wähler der AfD hatte Kretschmer gemahnt, dass eine Stimme für die AfD nur die Bildung einer stabilen Regierung verhindere.

Weniger ablehnend gegenüber einer Koalition mit der CDU äußerte sich hingegen der Spitzenkandidat der sächsischen AfD, Jörg Urban. "Wir sind dialogbereit", sagte Urban im Morgenmagazin. Das Wichtigste sei für die AfD, dass sie die meisten Stimmen aller Parteien bekomme.

Am 1. September findet in Sachsen die Landtagswahl statt. Die amtierende Koalition aus CDU und SPD dürfte eine Mehrheit nach derzeitigen Prognosen verpassen. In bisherigen Umfragen erreichte die AfD zum Teil ebenso viele Stimmen wie die mitregierende CDU. In Brandenburg wird ebenfalls am 1. September gewählt, am 27. Oktober entscheiden außerdem die Bürger in Thüringen über einen neuen Landtag. Auch in Brandenburg und Thüringen ist nicht auszuschließen, dass die AfD eine große Zustimmung erreicht.

Die AfD schadet mit ihrem Hass, mit ihrer Hetze, mit ihrem Schüren von Angst unserer Gesellschaft insgesamt.
Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende der Grünen

Neben Kretschmer warnten auch Vertreterinnen anderer Parteien vor der AfD: Die Bundesvorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, nannte die AfD "eine große Gefahr", nicht nur für die Demokratie, sondern auch für die Entwicklung in ländlichen Regionen der ostdeutschen Bundesländer. Die gesellschaftliche Stimmung, die die AfD verbreite, lasse Unternehmen zögern, überhaupt noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ostdeutsche Regionen zu schicken. "Die AfD schadet mit ihrem Hass, mit ihrer Hetze, mit ihrem Schüren von Angst unserer Gesellschaft insgesamt", sagte Baerbock im rbb.

Auch die kommissarische SPD-Chefin Manuela Schwesig kritisierte eine "Verlogenheit" der AfD, die "kaum zu überbieten" sei. Der Diskurs in Ostdeutschland würde von westdeutschen AfD-Politikern – Björn Höcke, dem AfD-Landeschef in Thüringen, oder Andreas Kalbitz, dem Spitzenkandidaten in Brandenburg – dominiert, die vorgeben würden, bei der friedlichen Revolution dabei gewesen zu sein, sagte Schwesig, die auch Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern ist. "Sie haben keine Ahnung, was es bedeutet hat, in der DDR für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auf die Straße zu gehen."