Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will Strafzinsen für Kleinsparer gesetzlich verbieten lassen. "Wir werden als Freistaat Bayern einen Vorstoß im Bundesrat starten, dass Beträge bis 100.000 Euro grundsätzlich von solchen Strafzinsen ausgenommen werden", sagte der CSU-Chef der Bild.

Negativzinsen dürften nicht mehr auf Kleinsparerinnen und Kleinsparer umgelegt werden, Banken müssten ihre Kosten anders ausgleichen. "Sparen muss belohnt und darf nicht bestraft werden", sagte Söder.

Kreditinstitute im Euroraum müssen aktuell 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank parken. Zwar geben bislang nur einige wenige Geldhäuser diese Zinsen an Privatkunden weiter, betroffen sind vor allem besonders hohe Guthaben auf dem Giro- oder dem Tagesgeldkonto. Dennoch warnten Vertreterinnen und Vertreter der Kreditwirtschaft zuletzt, es könnte mehr Verbraucherinnen und Verbraucher treffen, sollte die EZB die Zinsen noch weiter senken.

Die Notenbank hatte zuletzt angedeutet, der Negativzins könnte erhöht werden. Mit dieser Geldpolitik soll die Kreditvergabe gestärkt werden und somit einem Abschwächen der Konjunktur im Euroraum entgegengewirkt werden.

Um die Institute nicht zu sehr zu belasten, will die EZB aber verschiedene Optionen prüfen, darunter auch eine Staffelung des Negativzinses.