Mehr als 25 Prozent der Menschen in Deutschland haben einen sogenannten Migrationshintergrund. Im vergangenen Jahr waren das 20,8 Millionen Menschen, stellt das Statistische Bundesamt fest. Damit ist die Zahl der in Deutschland lebenden Personen mit ausländischen Wurzeln abermals gestiegen, denn 2017 waren es noch 2,5 Prozent weniger.

Als Migrationshintergrund gilt, wenn ein Mensch entweder selbst mit einer ausländischen Staatsbürgerschaft geboren wird oder aber mindestens ein Elternteil keine deutsche Staatsbürgerschaft hat. Personen, deren Eltern hingegen Deutsche sind, die Großeltern jedoch eine andere Staatsbürgerschaft haben, werden nicht mehr als Menschen mit Migrationshintergrund in der Statistik erfasst. Anders ist es bei Personen, deren Vater oder Mutter von deutschen Großeltern aus dem Ausland adoptiert wurde. Sie sind für die Statistikerinnen und Statistiker wieder Menschen mit Migrationshintergrund. Und auch   Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler fallen unter diese Definition.

Deutschland ist seit dem Jahr 2005 immer vielfältiger geworden. Damals lebten knapp 14,5 Millionen Menschen mit anderen Wurzeln in der Bundesrepublik, 2009 waren es schon mehr als 15 Millionen und 2013 bereits 16 Millionen. In den Jahren nach 2015 stieg die Zahl noch einmal. 2017 gab es 19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Der nun festgestellte Sprung auf 20,8 Millionen liegt an einer methodischen Neuerung: Denn die Datenbasis ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund 1 Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Betrachtet werden dabei Haushalte. Bisher fielen daher Kinder mit einer deutschen Staatsbürgerschaft, deren Mutter oder Vater eine ausländische Staatsbürgerschaft haben, und die nicht mehr bei ihren Eltern zusammenleben, aus der Statistik. Für die aktuelle Auswertung wurden diese Personen aber miterfasst – daher kommt 1,2 Millionen Menschen dazu. Würde man nur die Personen mit Migrationshintergrund im engeren Sinne berücksichtigen, läge die aktuelle Zahl bei 19,6 Millionen, was der oben erwähnten Zunahme seit 2017 entspricht.

Es liegt also nicht an der Flüchtlingskrise, dass Deutschland immer vielfältiger wird. Nur 15 Prozent der Zugewanderten sind als Geflüchtete nach Deutschland gekommen, die Hälfte von ihnen (47 Prozent) stammt aus dem Nahen Osten.

Die meisten Menschen haben einen europäischen Migrationshintergrund

52 Prozent der Personen mit anderen Wurzeln haben selbst die deutsche Staatsbürgerschaft, das sind 10,9 Millionen Menschen. Gut die Hälfte von ihnen (5,5 Millionen) sind als deutsche Staatsbürger in Deutschland geboren.

Die anderen 48 Prozent haben eine andere Staatsbürgerschaft. 13,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund sind im Laufe ihres Lebens in die Bundesrepublik zugewandert. Fünf Prozent davon kamen wegen der Ausbildung nach Deutschland – entweder um hier zu studieren, eine Berufsausbildung oder Weiterbildung zu absolvieren, 19 Prozent wiederum kamen für einen Job nach Deutschland. Auffällig dabei ist: Die meisten, die fürs Studium, eine Ausbildung oder einen Job in die Bundesrepublik kamen, sind Europäerinnen und Europäer. Bei den Studierenden stammen 40 Prozent aus Europa, 38 Prozent aus Asien. Bei jenen, die wegen der Arbeit kamen, trifft das sogar auf 85 Prozent zu.

Die Hälfte der Zugewanderten (48 Prozent) sind jedoch aus familiären Gründen in die Bundesrepublik gekommen. Viele folgten der Liebe, weil der Partner oder die Partnerin Deutscher oder Deutsche ist, viele wollten aber auch bei ihren sonstigen Angehörigen sein, die bereits hier lebten und arbeiteten. Aber auch Dreiviertel derjenigen, die wegen der Familie nach Deutschland kamen, stammen aus Europa.