China hat einen Beschäftigten des britischen Konsulats in Hongkong in Gewahrsam genommen. Das bestätigte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums: Der 28-jährige Simon Cheng Man-Kit habe Gesetze zur öffentlichen Sicherheit verletzt, er befinde sich für 15 Tage in "Administrativhaft". Der Konsulatsmitarbeiter sei in der chinesischen Stadt Shenzhen festgesetzt worden.

Der Konsulatsmitarbeiter stamme aus Hongkong "und ist somit Chinese", sagte der Sprecher des Außenministeriums. "Es handelt sich also um eine innere Angelegenheit Chinas." Unklar ist, ob der Mann einen Diplomatenpass besitzt.

Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass der Konsulatsmitarbeiter seit einer Geschäftsreise nach China vermisst werde und möglicherweise festgenommen worden sei. Simon Cheng Man-Kit habe ein Wirtschaftstreffen in Shenzhen im Südosten Chinas besucht. Das britische Außenministerium hatte noch am Dienstag Sorge über den Verbleib seines Mitarbeiters geäußert. Der 28-Jährige soll bereits am 8. August an der Grenze auf dem Weg zurück nach Hongkong verschwunden sein.

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong ist seit 1997 eine Sonderverwaltungszone Chinas – mit autonomer Führung und umfangreichen Sonderrechten, die bis 2047 garantiert sind.

Seit mehr als zwei Monaten kommt es in Hongkong immer wieder zu Massenprotesten, die sich gegen die chinesische Regierung richten. Auslöser der Demonstrationen war ein Gesetzentwurf der Regierung zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Der Entwurf wurde mittlerweile verworfen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstrationen fordern freie Wahlen und unabhängige Untersuchungen von Polizeigewalt bei früheren Demonstrationen.

China hatte die britische Regierung mehrfach aufgefordert, sich nicht in den Konflikt einzumischen. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums warf Großbritanniens politischer Führung vor, "viele fehlerhafte Bemerkungen über Hongkong" gemacht zu haben. Großbritannien solle darauf achten, nicht weiter "Öl ins Feuer zu gießen".