Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat seine Partei zur Einigkeit aufgerufen. In der Welt am Sonntag wies er parteiinterne Vorwürfe zurück, dass es für ihn eine Sonderrolle im Kandidatenrennen um den SPD-Vorsitz gebe. Bei den geplanten Regionalkonferenzen "werden alle unter gleichen Bedingungen und mit den gleichen Redezeiten" auftreten, sagte Scholz. "Die Vorgaben dafür sind sehr strikt, und das ist gut so. So transparent war die Kür des SPD-Vorsitzes noch nie." 

Die drei kommissarischen Vorsitzenden "organisieren neutral den Kandidatenprozess". Das Verfahren mit 23 Regionalkonferenzen zur Vorstellung der Kandidaten sei aufwendig, aber "gut und richtig". "Klara Geywitz und ich wollen die SPD zusammenführen und nicht das Gegenteil", sagte Scholz weiter." Dazu gehöre für ihn auch, "dass wir uns nicht nur mit uns selbst beschäftigen. Wir müssen uns einigen und dann einig sein."

Angesichts der schlechten Lage der SPD zeigte sich Scholz selbstkritisch. "Wenn die SPD schlecht dasteht, kann niemand, der dabei war, sagen: Ich habe alles richtig gemacht. Ich gehöre jedenfalls nicht zu denen, die sich wegducken und mit dem Finger auf andere zeigen."

Inhaltlich will Scholz nach eigenen Angaben für mehr sozialen Wohnungsbau werben: "Ich halte übrigens die aktuelle Forderung der Mietervereine, jedes Jahr 80.000 neue Sozialwohnungen zu bauen, für absolut richtig", sagte er. "Wahrscheinlich brauchen wir eher 100.000 neue Sozialwohnungen jedes Jahr."