Bundesumweltministerin Svenja Schulze schlägt ein landesweites Verbot von Plastiktüten vor. "Mein Ministerium erarbeitet gerade die gesetzliche Regelung für ein Plastiktütenverbot", sagte Schulze der Bild am Sonntag. Eine freiwillige Vereinbarung mit dem Handel zur Verringerung der Tüten sei bereits sehr erfolgreich, seit 2016 sinke der Verbrauch deutlich. Diese Entwicklung solle nun mit dem geplanten Verbot abgesichert werden. Schulze ließ offen, wann der Gesetzentwurf fertig sein soll.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte Ende Juli angekündigt, eine Bundesratsinitiative für ein deutschlandweites Plastiktütenverbot zu starten. Die Länderkammer werde sich am 20. September damit befassen. Schulze hatte einen solchen Schritt bisher skeptisch gesehen; sie argumentierte, gesetzliche Bestimmungen würden mehr Zeit beanspruchen als freiwillige Schritte.

Klassische Plastiktüten an der Kasse kosten inzwischen in sehr vielen Supermärkten etwas – dazu hat das Umweltministerium eine freiwillige Selbstverpflichtung mit dem Handel vereinbart. Auch andere Verpackungen wie die sogenannten Hemdchenbeutel oder auch Plastikfolien um Gurken und andere Früchte sollen zurückgedrängt werden. Schulze will im Herbst eine weitere Vereinbarung mit dem Handel schließen, die insbesondere bei Obst und Gemüse für weniger Verpackungen sorgen soll.

Umweltschutz - Umweltministerin Svenja Schulze bereitet Verbot von Plastiktüten vor Seit 2016 ist die Zahl der Plastiktüten im Handel bereits um zwei Drittel gesunken. Die Ministerin will auch in anderen Bereichen Plastik reduzieren. © Foto: Martin Bernetti/AFP/Getty Images