Eine Mehrheit der Wahlberechtigten in Deutschland lehnt einer Umfrage zufolge eine Zusammenarbeit der anderen deutschen Parteien mit der rechtspopulistischen AfD ab. Im Politbarometer des ZDF sprachen sich 58 Prozent der Befragten gegen eine Kooperation aus. 37 Prozent hielten eine solche Ablehnung für falsch.

Die Werte unterscheiden sich regional: Mit 59 Prozent sprachen sich die Befragten im Westen häufiger gegen jegliche Zusammenarbeit aus als im Osten. Dort waren es 50 Prozent.

Am 1. September werden in Brandenburg und Sachsen neue Landtage gewählt, am 27. Oktober in Thüringen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Donnerstag eine Koalition mit der AfD erneut ausgeschlossen. Auch die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sowie andere führende CDU-Politiker hatten bereits eine Zusammenarbeit mit der AfD abgelehnt. Mitte Juni hatte sich der Brandenburger CDU-Partei- und Fraktionschef Ingo Senftleben ebenfalls gegen eine Koalition mit der AfD ausgesprochen – Gespräche seien hingegen denkbar.

Der Umfrage des Politbarometers zufolge erwarten 69 Prozent der Befragten eine schlechtere Politik, sollte die AfD an einer der Landesregierungen beteiligt sein. In Westdeutschland bewerten das 72 Prozent so, in Ostdeutschland 57 Prozent. Hingegen sahen 17 Prozent keinen großen Unterschied – 16 Prozent im Westen, 19 Prozent im Osten. Nur neun Prozent erhofften sich dadurch eine bessere Politik, das sind sieben Prozent im Westen, aber weit mehr im Osten, nämlich 15 Prozent.