Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will bis Ende Oktober ein Gesetz vorlegen, das unter anderem einen besseren Schutz für Arbeitnehmer in einer konjunkturellen Krise vorsieht. So solle Kurzarbeit möglichst mit Weiterqualifizierung verbunden werden, sagte Heil bei der Vorstellung verschiedener Reformpläne in Berlin. Er betonte, das sogenannte Arbeit-von-morgen-Gesetz solle den Arbeitsmarkt zugleich für den Strukturwandel durch Digitalisierung und neue Technologien vorbereiten.

Unter anderem will Heil den Einsatz von Kurzarbeitergeld erleichtern, also der Teilfortzahlung des Lohns für Mitarbeiter, denen Unternehmen in Krisenzeiten die Stundenanzahl reduzieren, durch die Bundesagentur für Arbeit. Das Instrument hatte während der Finanzkrise 2008 geholfen, eine starke Ausweitung der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Damals haben es Unternehmen für bis zu 1,4 Millionen Beschäftigte in Anspruch genommen. Zudem sollen unter anderem höhere Zuschüsse der Arbeitsagentur für die Qualifizierung sowie zum Lohn möglich werden.

Heil kündigte auch weitergehende Reformschritte an. So sollten individuelle Arbeitszeitkonten geschaffen werden. Dadurch sollen Beschäftigte freie Zeit ansparen können, um mit ihnen längere bezahlte Auszeiten auszugleichen. Auch für Erleichterungen für Grundsicherungsbezieher und Eltern mit geringem Einkommen wolle er sich einsetzen. 

Die Vorschläge sind auch Ergebnisse von monatelangen Gesprächen, die Heil bei mehreren Veranstaltungen unter anderem mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Experten bundesweit führte. Die Vorschläge gehen größtenteils über den Koalitionsvertrag mit der Union hinaus, räumte Heil ein. Daher könne er nicht versprechen, sie alle umsetzen zu können.