Ein Jahr nach den gewalttätigen Ausschreitungen in Chemnitz hat die Polizei die Wohnung eines weiteren Tatverdächtigen durchsucht. Das bestätigte das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) in Dresden. Demnach sei die Wohnung eines 47-Jährigen in der Gemeinde Lichtenau durchsucht worden. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den Mann wegen Verdachts des Landfriedensbruchs, des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und der gefährlichen Körperverletzung.

Er ist den Angaben zufolge der fünfte Beschuldigte, dem durch die Ermittlungen der sogenannten Soko Rex eine "maßgebliche Tatbeteiligung" an den gewalttätigen Ausschreitungen bei den Demonstrationen in der sächsischen Stadt Ende August vergangenen Jahres nachgewiesen werden konnte. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden unter anderem ein Mobiltelefon, IT-Technik sowie Bekleidung beschlagnahmt. Die Beweismittel werden nun ausgewertet.

Vor mehr als einem Jahr war in Chemnitz am Rande des Stadtfests ein 35-Jähriger bei einem Streit erstochen worden. Die Gewalttat löste in der Stadt eine Reihe ausländerfeindlicher Demonstrationen und teils gewaltsame Ausschreitungen von Rechtsextremen aus, die bundesweit für Schlagzeilen sorgten. Vor knapp drei Wochen wurde ein Syrer wegen der Tat zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.