Doris von Sayn-Wittgenstein, die bisherige AfD-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein, wird sich aus der Vorstandsarbeit der Partei zurückziehen. "Um diktatorische und willkürliche Strafaktionen des Bundesvorstandes zu vermeiden, habe ich mich bis auf weiteres aus der Vorstandsarbeit zurückgezogen", sagte sie. Damit zieht sie nun doch Konsequenzen aus ihrem Rauswurf aus der Partei durch den Bundesvorstand.

Zuvor hatte AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen im Deutschlandradio gesagt, dass der Landesverband den Parteiausschluss Sayn-Wittgensteins anerkenne. Drei Tage zuvor hatte der Landesvorstand noch erklärt, er betrachte Sayn-Wittgenstein weiter als Landesvorsitzende. "Das hat sich mittlerweile geändert", sagte Meuthen.

Von Sayn-Wittgenstein hatte den Parteiausschluss, den das Bundesschiedsgericht Ende August bestätigte, als nicht rechtsstaatlich bezeichnet. Sie kündigte Klage gegen das Urteil an.

Die Politikerin war Ende Juni auf einem Landesparteitag trotz eines laufenden Parteiausschlussverfahrens wiedergewählt worden. Ihr wird von der Spitze der Bundespartei parteischädigendes Verhalten vorgeworfen, unter anderem wegen einer Fördermitgliedschaft in einem rechtsextremen Verein.

Sie gehört dem Parlament weiterhin als fraktionslose Abgeordnete an. Das Mandat niederzulegen lehnte sie ab.