Die Chefin des Umweltbundesamts Maria Krautzberger hat die Wirksamkeit des von der Bundesregierung beschlossenen Klimapakets bezweifelt. Es müssten "deutlich mehr Angebote zur Förderung des klimaschonenden Verkehrs" erfolgen als in dem Maßnahmenpaket vorgesehen, sagte Krautzberger der Süddeutschen Zeitung. Die Behördenchefin erwartet demnach von der im Klimaschutzpaket der Bundesregierung geplanten CO2-Bepreisung "keinerlei Lenkungswirkung".

Laut Krautzberger sei es zwar gut, dass durch das Klimapaket Fliegen teurer und Bahnfahren billiger werden sollen. "Das wird aber nicht reichen", sagte sie.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) übte an dem geplanten Klimapaket Kritik. Er habe sich mehr gewünscht, sagte Weil. Der Ministerpräsident schlug vor, "ein höheres Niveau beim CO2-Preis zu erreichen und mit dem Erlös den Strompreis nachhaltig zu senken".

Klimawandel - Was, wenn wir nichts tun? Waldbrände, Eisschmelze, Unwetter: Der Mensch spürt die Erderwärmung. Wie sieht die Zukunft aus? Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf erklärt unsere Welt mit 4 Grad mehr.

Auch von Greenpeace kommt Kritik

Die Regierungskoalition hatte das Klimaschutzpaket am Freitag auf den Weg gebracht. Umweltverbände und Opposition kritisierten die darin vorgesehenen Maßnahmen als unzureichend.

So sagte Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in New York: "Wenn Schüler irgendwo auf der Welt sich benehmen würden wie Angela Merkel, würde sie jeder Lehrer nach Hause schicken, um ihre Hausaufgaben richtig zu machen." Die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen würden nur die Hälfte der versprochenen Reduktion von Emissionen bis 2030 bringen. "Dieses Versagen moralischer Führung wird in New York besonders von den ärmsten und am stärksten gefährdeten Ländern bemerkt werden."

Beim UN-Klimagipfel in New York wollen Dutzende Staats- und Regierungschefs neue Pläne im Kampf gegen die Klimakrise vorstellen. Neben Kanzlerin Merkel (CDU) werden auch der französische Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Boris Johnson, der indische Ministerpräsident Narendra Modi sowie die 16-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg auf dem Gipfel sprechen.