Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat sich offen für nachträgliche Veränderungen des Klimapakets im Bundesrat gezeigt. Wenn dort Verbesserungen vorgeschlagen würden, "höre ich mir das unvoreingenommen an", sagte sie der Funke Mediengruppe. Gleichzeitig verteidigte sie das Klimakonzept, das die Bundesregierung am Freitag vorgestellt hatte: "Natürlich hätte ich mir beim Klimapaket noch mehr vorstellen können. Aber dieses Paket enthält auch große Fortschritte, vor allem, was die neue Verbindlichkeit der Ziele angeht."

Kritik an dem Paket war unter anderem von der Opposition, Umweltschützern und Wirtschaftsverbänden gekommen. Führende Forscher halten es für zu kleinteilig und in der Wirkungskraft zu begrenzt. Die Grünen forderten, das Klimapaket im Bundesrat zu verschärfen

Grünenfraktionschef Anton Hofreiter sprach in der Neuen Osnabrücker Zeitung von einem "Schmalspur-Klimapaket". "Damit die Klimakrise nicht eskaliert, muss jetzt endlich gegengesteuert und entschieden gehandelt werden." Das Klimapaket liefere keine Antwort auf diese "Menschheitsaufgabe". Hofreiter forderte, dass erneuerbare Energien wie die Windkraft ausgebaut werden und dass ein wirksamer und sozialer CO2-Preis eingeführt wird. 

Der Chef der Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt zeigte sich ebenfalls enttäuscht über die Klimavereinbarungen. Das Paket taste sich zu zaghaft an eine übergreifende CO2-Bepreisung heran. "Statt auf Verbote wie beispielsweise den von Ölheizungen hätte die Politik mehr auf die Lenkungswirkung eines CO2-Preises setzen sollen. Dafür wäre aber schon ein höherer Einstiegspreis nötig gewesen", sagte er. 

Finanzminister sieht das anders

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) verteidigte das Paket im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit Blick auf den finanziellen Umfang der geplanten Klimaschutzmaßnahmen: "Das erfüllt die kühnsten Forderungen, die im Vorfeld aufgestellt worden waren." Bis 2023 sind Investitionen von mehr als 54 Milliarden Euro vorgesehen. "Wenn wir es hochrechnen auf die 2020er-Jahre, sprechen wir über einen Betrag von weit, weit mehr als 150 Milliarden Euro." 

Zu der Kritik an dem Paket sagte Scholz: "Nun, manche haben sich schon vorgenommen, die Ergebnisse schlecht zu finden, bevor sie bekannt waren." Zudem gebe es einige, die "eine neoliberale Agenda" verfolgten. "Sie wollen über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg entscheiden und einfach ganz schnell hohe Preise festsetzen, ohne zu erklären, wie man damit dann zurechtkommen soll."