In Zukunft soll es die Krankschreibung nicht mehr auf Papier geben: Die Bundesregierung will eine digitale Krankmeldung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einführen. Der "gelbe Schein" soll einer digitalen Bescheinigung weichen, so sieht es ein Gesetzentwurf von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für weniger Bürokratie vor. Dieser wurde vom Kabinett beschlossen.

Danach soll die Krankmeldung vom Arzt oder von der Ärztin digital an den Arbeitgeber übermittelt werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits eine Neuregelung auf den Weg gebracht, dass die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von 2021 an von den behandelnden Praxen an die Krankenkassen nur noch digital übermittelt werden sollen. Die neue Regelung wäre insofern eine Erweiterung, die vorsieht, dass wiederum die Krankenkassen den Arbeitgeber elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit seines gesetzlich versicherten Mitarbeiters informieren.

Daten werden von der Kasse elektronisch übermittelt

Ansonsten soll sich bei den Krankschreibungen nichts ändern. Auch künftig besteht die Bescheinigung aus mehreren Teilen: Ein Teil ist für den Arbeitgeber bestimmt. Aus den hier vermerkten Informationen geht nur hervor, dass und wie lange der oder die Beschäftigte wegen Krankheit nicht arbeiten kann. In einem weiteren Teil, der für die Krankenkassen bestimmt ist, stehen mehr Informationen. Dazu gehören auch Diagnosen, die aber nach einem bestimmten Standard verschlüsselt sind. Für die Kasse sind diese Daten relevant, weil Beschäftigte nach sechs Wochen Erkrankung aufgrund derselben Diagnose in der Regel in den Krankengeldbezug rutschen. Außerdem erhalten die Beschäftigten eine Kopie des Originals für ihre eigene Unterlagen. 

Heute werden die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auf gelbem Papier ausgestellt, daher kommt auch die umgangssprachliche Bezeichnung "gelber Schein".

Die Techniker Krankenkasse hatte zuvor in einem Pilotprojekt eine digitale Krankmeldung erprobt. An dem Test hatten sich die Versicherung selbst sowie das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) beteiligt. Auch hier ging es vor allem darum, Bürokratie abzubauen. 

Einen Vorteil hat die digitale Krankschreibung ebenfalls: Beschäftigte sparen das Porto, wenn sie in Zukunft die Atteste nicht mehr mit der Post an die Krankenkasse oder zum Arbeitgeber schicken müssen.

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird ab dem vierten Tag der Erkrankung notwendig. Arbeitgeber können jedoch auch schon vorher ein Attest verlangen, ohne dass sie dafür Gründe nennen muss. Jedoch darf er damit einen Beschäftigten nicht schikanieren oder diskriminieren, urteilte das Bundesarbeitsgericht im Jahr 2012