Die Bundesregierung ist einem Bericht zufolge zur Aufnahme jedes vierten Migranten bereit, der in Italien ankommt. "Die Gespräche laufen noch. Aber wenn alles bleibt wie besprochen, können wir 25 Prozent der aus Seenot geretteten Menschen übernehmen, die vor Italien auftauchen", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der Süddeutschen Zeitung. Das werde "unsere Migrationspolitik nicht überfordern".

Dem SZ-Bericht zufolge soll der Vorschlag am 23. September beim Treffen der EU-Innenminister in Malta abgestimmt und im Oktober dem Europäischen Rat vorgelegt werden. "Die Erwartung ist, dass weitere Staaten sich anschließen", sagte Seehofer. Er habe immer gesagt, dass Deutschlands Migrationspolitik auch "human" sei. Man werde "niemanden ertrinken lassen".

Seehofer wies daraufhin, dass die Zahl der Geflüchteten überschaubar bleibe. Man habe auch bisher schon rund ein Viertel der Geretteten aus Italien übernommen. Daran ändere sich nichts.

Bereits am Donnerstag hatten italienische Medien berichtet, die neue italienische Regierung sei bereit, mit anderen Regierungen ein System zur automatischen Verteilung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer auf andere EU-Staaten zu vereinbaren. Auch Frankreich habe bereits zugestimmt, hieß es.

Italien will das bisherige System der Vereinbarungen von Dublin ersetzen, wonach die Zuständigkeit für den Umgang mit Flüchtlingen immer bei dem EU-Land liegt, in dem die Flüchtlinge zuerst eintreffen.