Die Verluste für die SPD bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen sind auch im Wahlkampf um den Vorsitz der Partei ein Thema. Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange kritisierte Finanzminister und Mitbewerber Olaf Scholz. Dieser solle "im Angesichte dieser Ohrfeige des Wählers sich wirklich fragen, ob er den Neuanfang symbolisieren und verantworten kann", sagte Lange, die gemeinsam mit dem Oberbürgermeister von Bautzen, Alexander Ahrens, für die Spitze der Sozialdemokraten kandidiert. Manchmal sei es wichtiger, den Weg frei zu machen, anstatt dem Neustart im Weg zu stehen

Lange und Ahrens wollen der SPD wieder mehr Glaubwürdigkeit verschaffen. Beide Kommunalpolitiker wünschen sich ein Ende der großen Koalition und möchten die sozialdemokratische Partei programmatisch deutlich nach links schieben. Die SPD brauche einen radikalen Umbruch und eine klare Neuausrichtung, sagte Lange. "Ich stehe weiter zu meiner Ankündigung, dass wir die Groko verlassen sollten, und denke, dass ein Neustart nur mit einer neuen Parteispitze mit unbelasteten Köpfen und einer anderen Regierungskoalition unter Beteiligung der SPD möglich ist." 

Unterdessen betonte der Fernsehsatiriker Jan Böhmermann in einem Video auf YouTube, dass er es mit seiner Mitgliedschaft in der SPD ernst meine. Er wolle SPD-Mitglied im Ortsverein Köthen, Sachsen-Anhalt, werden, sagte Böhmermann. Der SPD-Landesverband Sachsen-Anhalt hatte bereits am Samstag bestätigt, dass Böhmermann in Köthen aufgenommen worden sei. Dies reiche jedoch formal nicht für die Kandidatur als Parteivorsitzender aus, weil der Moderator nicht in Köthen wohne. 

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil lud Böhmermann ein, sich im Landtagswahlkampf der SPD in Thüringen einzubringen. Eine Mitgliedschaft unterstützt Klingbeil: "Ich freue mich, dass Jan Böhmermann weiterhin Mitglied der SPD werden will", sagte er der Rheinischen Post.

Böhmermann sagte in dem Video, dass er juristisch prüfen lassen werde, ob eine Nichtzulassung zur Wahl um den Vorsitz anfechtbar ist. Der Moderator der ZDF-Sendung Neo Magazin Royale hatte am Donnerstag kurzfristig mitgeteilt, dass er Bundesvorsitzender der SPD werden wolle.  

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