Der TV-Satiriker Jan Böhmermann kann wohl doch in die SPD aufgenommen werden. Die Kölner SPD habe beschlossen, ihm eine Ausnahmegenehmigung beim Wohnortprinzip zu erteilen, teilte Geschäftsführer Frank Mederlet mit. Zur Aufnahme bereit erklärt hatte sich der SPD-Ortsverein Köthen in Sachsen-Anhalt. Da der ZDF-Satiriker in Köln wohnt, war dies aber nicht ohne Weiteres möglich. Normalerweise wird man am Wohnort Mitglied.

Böhmermann, Moderator der ZDF-Sendung Neo Magazin Royale, hatte angekündigt, SPD-Vorsitzender werden zu wollen. Die Frist für die Kandidatur lief jedoch am Sonntag vor einer Woche ab, bevor er Parteimitglied geworden war. Doch auch dann hätte es noch einige Hürden gegeben: Voraussetzung für eine Kandidatur war die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband.

Automatisch Mitglied ist Böhmermann durch die Ausnahmegenehmigung wohl aber nicht. "Über den Status der Mitgliedschaft hatten wir nicht zu befinden. Köln hat über die Ausnahmegenehmigung entschieden – der Kreisverband Anhalt-Bitterfeld muss auch über die Ausnahme beschließen", sagte Medelert. Dann wäre der Ortsverein Köthen am Zug und könne über die Aufnahme befinden, weil er erst dann zuständig wäre. Das sei zumindest seine Lesart des SPD-Statuts, sagte Mederlet.