Vor Beginn der ersten Regionalkonferenz zur Vorstellung der Kandidaten für den SPD-Vorsitz hat sich Juso-Chef Kevin Kühnert für das Kandidatenduo Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken ausgesprochen. Er erwarte von den künftigen Parteivorsitzenden vor allem "inhaltliche Klarheit" und "große persönliche Glaubwürdigkeit" in Sachen Steuer- und Verteilungspolitik sowie bei den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit, sagte er in der ARD. Er glaube, "dass das mehrere Duos können", er tendiere jedoch zu Walter-Borjans und Esken, "die in ihren Themenbereichen sehr glaubwürdig für einen klaren Kurs stehen".

Walter-Borjans sei derjenige, "der die Steuer-CDs damals in Nordrhein-Westfalen angekauft hat und für mehr als sieben Milliarden Steuernachzahlungen gesorgt hat, die uns allen in Deutschland sonst entgangen wären", sagte Kühnert.

Bei der Digitalpolitikerin Esken sei es der "deutliche Einsatz für die Freiheit im Netz, gegen Artikel 13 und die Uploadfilter", an der Seite von vielen jungen Menschen Anfang des Jahres, der ihn überzeuge. Esken habe sich auch nicht von Lobbyinteressen beeinflussen lassen.

Auf der ersten von 23 Regionalkonferenzen präsentieren sich an diesem Mittwochabend acht Kandidatenduos und ein Einzelbewerber in Saarbrücken. Für den Ablauf der Regionalkonferenzen gelten strenge Regeln, um eine Gesamtdauer von zweieinhalb Stunden nicht zu überschreiten. So soll die Vorstellung der Kandidaten pro Duo oder Einzelbewerber nur fünf Minuten dauern. Auf Fragen der Moderatoren oder aus dem Publikum darf maximal 60 Sekunden lang geantwortet werden.

Im Anschluss an diese Vorstellungsrunden sollen die Mitglieder dann online und per Brief über ihre neue Parteiführung abstimmen. Sollte kein Bewerberduo und auch nicht der einzelne Bewerber mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen, gibt es zwischen Erst- und Zweitplatzierten noch eine Abstimmung. Die Delegierten des SPD-Parteitags im Dezember in Berlin sollen den neuen Vorsitz dann endgültig bestätigen.

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