Mehrere Kandidaten für den SPD-Parteivorsitz haben eine Trennung von Partei- und Regierungsämtern gefordert. "In der schwierigen Lage, in der die SPD derzeit ist, sollte niemand die Partei führen, der gleichzeitig Minister in der Bundesregierung ist", sagte SPD-Vize Ralf Stegner dem Spiegel. Die Forderung zielt auf Olaf Scholz, der sich um das Amt beworben hat und gleichzeitig Finanzminister ist.

Auch der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius warnte vor einer Doppelrolle. Nach zwei großen Koalitionen müsse es jetzt darum gehen, die SPD zu stärken und sich ausschließlich darauf zu konzentrieren. Stegner und Pistorius reagieren damit auf die Ankündigung ihres Konkurrenten Scholz, im Fall einer Wahl zum Parteivorsitzenden im Bundeskabinett bleiben zu wollen.

"Es funktioniert nicht, montags bis mittwochs mit Angela Merkel am Kabinettstisch Kompromisse zu machen und donnerstags bis freitags zu sagen: Jetzt mache ich 100 Prozent SPD", sagte Stegner. Die künftige Parteispitze müsse unabhängig von der Bundesregierung sein. Stegner kandidiert zusammen mit der früheren Bundespräsidentenkandidatin Gesine Schwan. Pistorius tritt im Rennen um den SPD-Vorsitz mit der sächsischen Integrationsministerin Petra Köpping an.