Die AfD-Landtagsfraktion in Bremen ist an einem internen Streit zerbrochen. Etwa drei Monate nach der Bürgerschaftswahl haben der Landesvorsitzende Frank Magnitz sowie die Abgeordneten Uwe Felgenträger und Mark Runge ihren Austritt aus der bislang fünfköpfigen Fraktion erklärt. Auslöser sei ein Zerwürfnis mit Fraktionschef Thomas Jürgewitz, teilte Magnitz mit. Dieser habe eine "konstruktive Oppositionsarbeit" blockiert und ihn beschuldigt, eine fünfstellige Geldsumme unterschlagen zu haben. Als Gruppe wollen die drei Abgeordneten aber in der Bürgerschaft bleiben.

Magnitz ist auch Mitglied der AfD-Bundestagsfraktion. Der Bundesvorstand der Partei hatte ihn allerdings nach Angaben eines Sprechers aufgefordert, bis zum 1. September zu erklären, auf welches seiner beiden Mandate er künftig verzichtet. Andernfalls müsse er mit Ordnungsmaßnahmen rechnen. Diese könnten womöglich bereits in dieser Woche beschlossen werden. Magnitz zeigte sich unbeeindruckt. "Der Bundesvorstand ist nicht das Organ, so etwas zu fordern", sagte er. Auch der Landesvorstand habe das wortgleich gefordert, was zeige, dass Jürgewitz dahinterstecke. Ein Parteiausschlussverfahren fürchte er nicht.

Nach Informationen des Weser Kuriers fürchtete Magnitz, Jürgewitz wolle ihm sein Mandat im Bundestag streitig machen. Zudem wirft der inzwischen ausgeschiedene Schatzmeister Guido Thieme Magnitz vor, Parteimittel in fünfstelliger Höhe veruntreut zu haben – was Magnitz zurückweist. Ursprünglich sollte am 15. September der Landesparteitag der AfD stattfinden. Bei der Bürgerschaftswahl am 26. Mai hatte die AfD 6,1 Prozent erreicht.