Die niedersächsischen Grünen haben sich für ein Verbot von Luftballons ausgesprochen. "Steigen gelassene Luftballons landen in den allermeisten Fällen in der Natur. Vögel und andere Tiere fressen die weichen Ballonreste und verhungern dann mit vollem Magen", sagte die Landesvorsitzende Anne Kura der Neuen Osnabrücker Zeitung. Auch Ballons aus Naturlatex seien deswegen keine Alternative.

Kura reagierte damit auf einen Beschluss der Stadt Gütersloh in Nordrhein-Westfalen. Dort soll in Zukunft bei städtischen Veranstaltungen und auf städtischen Flächen auf den Massenstart von gasgefüllten Ballons verzichtet werden. Bei privaten Feiern sind Ballons weiterhin erlaubt. Dem Verbot ging ein entsprechender Bürgerantrag vorher. Als Alternative empfiehlt die Stadt Schaumwolken, Seifenblasen und befestigte Ballons. "Auf der einen Seite steht das kurze schöne Bild von bunten Ballons in der Luft, auf der anderen das von verendeten Vögeln", sagte Kura. "Initiativen wie die aus Gütersloh helfen auch, das Bewusstsein für ungewollte Folgen unseres Handelns zu schärfen."

Das niedersächsische Umweltministerium hingegen wies die Forderung zurück. "In den Himmel steigende Luftballons haben die Menschen schon immer mit Träumen und Hoffnungen verbunden. Warum sollten wir ihnen diese Gefühle nehmen?", sagte ein Sprecher von Umweltminister Olaf Lies (SPD) der NOZ. "Ein Ballonverbot rettet die Welt ganz bestimmt nicht." Auch die FDP kritisierte den Vorschlag der Grünen. "Der Überbietungswettbewerb der Verbote geht weiter", sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer. Er warf den Grünen eine "Ökoradikalisierung" vor, die immer mehr Menschen in die Arme der AfD treibe.

Im März hatte die EU ein Verbot von Einweggeschirr und anderen Wegwerfprodukten aus Plastik beschlossen, das ab 2021 gelten soll. Luftballons sind von dem Verbot nicht betroffen. Allerdings sollen Kennzeichnungen mit Hinweisen für eine möglichst umweltschonende Entsorgung vorgeschrieben werden.