Die Linke hat eine Debatte über ihre künftige strategische Ausrichtung gestartet. Die Partei brauche "eine Verständigung darüber, wie wir die Entwicklungen der Gegenwart verstehen und wie wir darauf reagieren wollen", sagte der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger.   

In die Debatte könne sich jede und jeder per E-Mail einbringen. Mitmachen können laut Riexinger sowohl Mitglieder der Linken, aber auch Interessierte außerhalb der Partei. Im kommenden Frühjahr werde dann eine Strategiekonferenz vom 29. Februar bis 1. März in Kassel stattfinden.

Nach den Verlusten bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen ist in der Linken eine Kontroverse über die künftige Ausrichtung entbrannt. Die beiden Vorsitzenden der Fraktion, Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht, hatten die Partei ermahnt, die Stammwählerschaft im Osten nicht zu vernachlässigen. Dagegen werben die Parteivorsitzenden Riexinger und Katja Kipping eher für eine Öffnung hin zu großstädtischen Milieus.

Riexinger sagte, die Linke stehe "immer an der Seite der Lohnabhängigen, der Hartz-IV-Betroffenen, der Notleidenden sowie der Menschen ohne starke eigene Stimme". Aber auch hier finde ein kultureller und materieller Wandel statt. "Die klassischen Milieus sind im Umbruch, teilweise in Auflösung oder Neusortierung", fügte der Parteivorsitzende hinzu. Es sei Aufgabe der Linken, "Brücken zu bauen und gemeinsame Interessen herauszuarbeiten, aber auch selbst klar Position zu beziehen".

Bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen hatte die Linke deutliche Stimmenverluste hinnehmen müssen. In beiden Wahlen büßte die Oppositionspartei rund acht beziehungsweise achteinhalb Prozent ein und ist auf jeweils etwas mehr als zehn Prozent gefallen.