Klimaaktivisten der Gruppierung Extinction Rebellion harrten in der Nacht weiter am Potsdamer Platz in Berlin aus. Mehrere Stunden nachdem die Polizei damit begonnen hatte, den Platz zu räumen, waren immer noch rund 170 Aktivisten vor Ort. Am Montagabend kündigten die Aktivsten an, die ganze Nacht am Potsdamer Platz und an der Siegessäule bleiben zu wollen.

Organisatoren der Gruppe verschickten die Nachricht, dass die Berliner Polizei ihre Aktion gegen die Demonstrierenden abgebrochen habe. "Wir haben es geschafft: Die Räumung am Potsdamer Platz wurde unterbrochen! Die Stimmung könnte nicht besser sein." Zuvor waren nach Angaben der Polizei 408 Demonstrierende weggetragen worden.

Die Polizei gab dazu am Montagabend zunächst keine Auskunft. "Ich kann eine Unterbrechung der Räumung weder bestätigen noch dementieren", sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Wenig später twitterte die Verkehrsinformationszentrale Berlin, eine Einrichtung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, dass die Räumung abgebrochen wurde.

Die Klimaaktivisten haben für die ganze Woche Aktionen in Berlin angekündigt. Am Montag demonstrierten sie unangemeldet an der Siegessäule am Großen Stern und am Potsdamer Platz.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, sieht die bislang friedlichen Straßenblockaden durch die Versammlungsfreiheit gedeckt. "Die Störungen wird man nicht verhindern können. Ich hoffe nur, dass sie in dem Rahmen wie am Montagvormittag in Berlin bleiben", sagte Malchow der Düsseldorfer Rheinischen Post. Es könne aber auch der Punkt kommen, an dem die Polizei sage: "jetzt ist Schluss mit Auf-der-Straße-Sitzen" - zum Beispiel, wenn sich die Demonstrierenden selbst gefährdeten oder wenn sie die Arbeit von Geschäftsleuten einschränkten.