Die griechischen Behörden haben nach dem Ausbruch eines Feuers in einem überfüllten Flüchtlingslager auf der Insel Samos mit der Evakuierung begonnen. In dem Aufnahmezentrum ist es zuvor zu Schlägereien zwischen Migranten aus Syrien und Afghanistan gekommen. Mindestens drei Menschen seien nach Berichten örtlicher Medien durch Messerstiche verletzt worden. Weitere acht Menschen seien mit Atembeschwerden ins Krankenhaus gebracht worden.

Das Feuer war am Montag nach dem Streit zwischen Afghanen und Syriern ausgebrochen, die Ursache war zunächst unklar. In dem Aufnahmezentrum leben mehr als 4.000 Migrantinnen und Migranten, eigentlich ist es für einige Hundert ausgelegt. "Das Lager wurde evakuiert", sagte der Bürgermeister der Inselhauptstadt, Giorgos Stantzos, dem Athener Nachrichtensender Skai. Hunderte Migranten hätten in der Kleinstadt von Vathy Zuflucht gesucht, hieß es. Auch alle anderen Lager auf den Inseln Chios, Samos, Leros und Kos sind überfüllt.

Im September starb ein Asylbewerber in einem Feuer in einem Flüchtlingscamp auf der Insel Lesbos. Trotz des Flüchtlingsabkommens zwischen der EU und der Türkei war die Zahl der Migrantinnen und Migranten, die auf den griechischen Inseln ankommen, zuletzt stark gestiegen. Zurzeit leben mehr als 30.000 Flüchtlinge auf den fünf griechischen Inseln mit Registrierungszentrum, so viele wie noch nie seit dem EU-Türkei-Deal. Die neue griechische Regierung will bis Ende des kommenden Jahres insgesamt 10.000 Migranten in die Türkei abschieben.