Das Wohngeld für Menschen mit wenig Einkommen soll ab 2020 steigen. Der Bundestag stimmte mit den Stimmen der Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD für eine entsprechende Novelle. Linke, Grüne und FDP enthielten sich. Der Bundesrat muss die Änderungen noch billigen – die Wohngeldkosten werden von Bund und Ländern finanziert.

Wohngeld können Menschen beantragen, die ein Einkommen knapp über dem Hartz-IV-Satz haben und die ansonsten kaum ihre Miete zahlen könnten. Die Leistung wird pro Haushalt gewährt, vor allem alleinerziehende Frauen und ihre Kinder gehören zu den Leistungsempfängerinnen und -empfängern. 

Das Innenministerium hat berechnet, dass durch die Reform künftig gut 660.000 Haushalte profitieren – das wären 180.000 mehr als heute. Haushalte, in denen zwei Personen leben, werden durch die Änderung künftig im Schnitt 190 Euro bekommen, heute sind es 145 Euro. Der Satz soll aber fortlaufend alle zwei Jahre erhöht werden, da er an die Entwicklung von Mieten und Einkommen angepasst wird. Eine solche Dynamisierung war lange gefordert worden. Bei der Berechnung sollen auch regionale Unterschiede berücksichtigt werden. Für Gegenden mit angespanntem Wohnungsmarkt soll neu eine Mietstufe VII eingeführt werden.

Heizkosten bleiben unberücksichtigt

Der Deutsche Mieterbund begrüßte die Reform grundsätzlich, vor allem die Dynamisierung. Verbandspräsident Lukas Siebenkotten sagte der Saarbrücker Zeitung, zu kritisieren sei allerdings, dass für die Berechnung des
Wohngeldes weiterhin die Kaltmiete ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Heizkosten den Ausschlag gebe. "Auch ist keine Klimakomponente beim Wohngeld vorgesehen, obwohl sie von der Politik mehrfach angekündigt wurde", bemängelte Siebenkotten. Die Partei Die Linke kritisierte die Reform als unzureichend. 

2017 erhielten drei Viertel aller Haushalte, die Wohngeld bekommen, weniger als 200 Euro pro Monat. Das würde sich auch künftig kaum ändern. Die Kosten für das Wohngeld steigen durch die Novellierung um 214 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro.