Bei Orgel- und Harmoniumbauern sowie Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern soll künftig wieder die Meisterpflicht gelten. Das Bundeskabinett hat die Wiedereinführung der Meisterpflicht für insgesamt zwölf Handwerke beschlossen. Damit sollen die Qualität und die Qualifikation im Handwerk gestärkt und dessen Zukunft nachhaltig gesichert werden, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Die etwa eine Million Betriebe des Handwerks seien eine "tragende Säule des Mittelstands", sagte Minister Peter Altmaier (CDU).

Der Qualitätsstandard "Meister" stehe im deutschen Handwerk für "Qualitätsarbeit, Verbraucherschutz, Leistungsfähigkeit und Innovationskraft", sagte der Wirtschaftsminister. Die Meisterpflicht mache Handwerksberufe zudem attraktiv für junge Menschen und sei Voraussetzung für duale Ausbildungsleistung und Nachwuchsförderung.

Grundsätzlich unterliegt ein Handwerk der Meisterpflicht dann, wenn es sich um eine "gefahrgeneigte" Tätigkeit handelt und eine Regelung zum Schutz von Leben und Gesundheit erforderlich ist. Darüber hinaus soll die Reglementierung zur Wahrung des materiellen und immateriellen Kulturerbes beitragen. Die Neuregelungen, die im Koalitionsvertrag vereinbart waren, sollen innerhalb von fünf Jahren evaluiert werden.

"Richtiger Akzent für mehr Qualität im Handwerk"

Die Zulassungspflicht wird für folgende Handwerke wieder eingeführt: Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Betonstein- und Terrazzohersteller, Estrichleger, Behälter- und Apparatebauer sowie Parkettleger. Ferner gilt die Meisterpflicht künftig wieder für Rollladen- und Sonnenschutztechniker, Drechsler und Holzspielzeugmacher, Böttcher, Raumausstatter, Glasveredler, Orgel- und Harmoniumbauer sowie Schilder- und Lichtreklamehersteller.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bezeichnete den Gesetzentwurf als "richtigen und notwendigen Akzent für mehr Qualität und Qualifizierung im Handwerk". Meister sorgten für Wissenstransfer und seien Vorbild für Auszubildende, sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe begrüßte den Beschluss. "Damit ist der Weg frei, die Fehlentwicklungen der Vergangenheit zu korrigieren", sagte Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

Im Rahmen der Agenda 2010 hatte die rot-grüne Bundesregierung 2003 den Meisterzwang für 53 Handwerke aufgehoben.