Der Bundesrechnungshof kritisiert das Bundesverkehrsministerium einem Medienbericht zufolge für seine Defizite bei der Korruptionsbekämpfung. Die Rechnungsprüfer werfen dem Ministerium in einem Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestags vor, "die vorgesehenen Gefährdungs- und Risikoanalysen teilweise nicht turnusgemäß durchgeführt oder nicht anlassbezogen aktualisiert" zu haben.

Die Welt zitiert aus dem Bericht, dass das von Andreas Scheuer (CSU) geführte Ministerium unter anderem die Frage nach der "Verwendungsdauer von Beschäftigten in besonders korruptionsgefährdeten Arbeitsgebieten" vernachlässigt habe. Die jeweilige Zuständigkeitsdauer von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Behörde für einzelne Themen sei nicht überwacht worden, sodass die Verkehrsbehörden "eine regelmäßige und systematische Rotation nicht sicherstellen konnten".

Der Rechnungshof kritisiert außerdem die Art und Weise, wie das Ministerium den Bundestag bei diesem Thema informiert habe. Die übermittelten Daten zur Korruptionsprävention seien teilweise fehlerhaft und überholt.

Der Rechnungshof verlangt laut Welt eine "deutlich verbesserte Umsetzung" der maßgeblichen Richtlinien zur Korruptionsbekämpfung im Verkehrsministerium. Denn gerade in diesem Ministerium mit seinem hohen Investitionsaufkommen komme "der Vorbeugung gegen Korruption besondere Bedeutung zu", schreiben die Rechnungsprüfer.

Der haushaltspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Sven-Christian Kindler, warf Scheuer als Reaktion auf den Bericht vor, "vor der Korruptionsgefahr im eigenen Haus die Augen" zu schließen. Der Verkehrsminister habe in seiner bisherigen Amtszeit viele Aufträge an private Berater vergeben und teure Privatisierungsprojekte gestartet, sagte Kindler der Welt. Deshalb sei es "unverantwortlich, dass dem Minister die Prävention und Bekämpfung von Korruption anscheinend egal" sei.