Der NPD-Ortsvorsteher im hessischen Altenstadt, Stefan Jagsch, ist abgewählt worden. Die Fraktionen von CDU, SPD und FDP hätten in einer öffentlichen Sitzung mit sieben zu einer Stimme gegen Jagsch gestimmt, sagte der Fraktionsvorsitzende der SPD Altenstadt, Jan Voß. 

Erst im September war der rechtsextreme Politiker von den Vertretern der anderen Parteien in das Ehrenamt gewählt worden. Der Vorgang hatte bundesweit Empörung ausgelöst.

Nach seiner Abwahl stellte sich Jagsch umgehend zur Wiederwahl. Als Nachfolgerin wurde jedoch die 22-jährige CDU-Politikerin Tatjana Cyrulnikov mit sieben von acht Stimmen gewählt. Jagsch habe angekündigt, juristisch gegen das Abstimmungsprozedere vorgehen zu wollen, sagte Voß. 

Die Fraktionsmitglieder, die Jagsch im September gewählt hatten, hatten ihre Entscheidung unter anderem damit begründet, dass es keinen anderen Kandidaten gegeben habe. Die Parteizugehörigkeit habe keine Rolle gespielt. Die Initiative zur Abwahl ging nun von zwei Ortsbeiratsmitgliedern von SPD und CDU aus, die bei der Wahl Jagschs entschuldigt abwesend waren.

2016 war Jagsch bereits einstimmig zum vierten stellvertretenden Vorsitzenden des Gemeindeparlaments gewählt worden. Das Bundesverfassungsgericht hat die NPD als verfassungsfeindlich eingestuft, wenn auch nicht verboten.