Der sächsische Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla tritt die Nachfolge von Alexander Gauland an. Der 44-Jährige wird künftig die AfD neben Jörg Meuthen als Bundessprecher führen. Das hat der Parteitag der AfD in Braunschweig entschieden. Meuthen war zuvor mit 69,2 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden.

Der Malermeister Chrupalla setzte sich in einer Stichwahl gegen seinen Fraktionskollegen Gottfried Curio durch. Chrupalla erhielt knapp 55 Prozent der Stimmen, Curio 41 Prozent. Im ersten Wahlgang war Dana Guth aus Niedersachsen ausgeschieden. Mit Chrupalla vollzieht sich ein Generationswechsel, denn mit Gauland gibt der letzte Mitbegründer der AfD den Vorsitz auf.

Der Görlitzer Bundestagsabgeordnete Chrupalla, der als Favorit von Gauland gilt, wird keiner der Strömungen in der Partei zugerechnet. Zum sogenannten Flügel um den Thüringer Landeschef Björn Höcke unterhält er ebenso wie zum gemäßigteren Teil der Partei gute Beziehungen. Der Flügel wird vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall für rechtsextremistische Bestrebungen eingestuft.

Chrupalla hatte in seiner Bewerbungsrede gesagt: "Die bürgerliche Mitte erreichen wir mit Vernunft. Nur mit überzeugenden Inhalten werden wir neue Wählerschichten erschließen. Mit drastischer Sprache bewirkt man häufig das Gegenteil – besonders bei den Frauen." Curio sagte, Deutschland solle sein "Geld nicht ausgeben für illegale Migration, sondern für Familienförderung".