Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihren Führungsanspruch in der Partei bekräftigt. Interne Gegner forderte sie auf, sich auf dem anstehenden Parteitag in Leipzig offen auseinanderzusetzen. "Das ist auf jeden Fall die bessere Gelegenheit, als im Hintergrund das ein oder andere zu schüren", sagte sie am Abend in der ARD-Sendung von Anne Will. Sie sei dafür, "dass Dinge, die in der Partei diskutiert werden, auch offen diskutiert werden".

In letzter Zeit gab es immer wieder parteiinterne Zweifel an der Führungsfähigkeit der Bundesverteidigungsministerin. In der Diskussion steht vor allem Kramp-Karrenbauers Qualifikation als Kanzlerkandidatin. So fordert die Junge Union, über die Kanzlerkandidatur per Urwahl zu entscheiden – ein Affront gegen die CDU-Chefin.

Der ehemalige Fraktionschef der Union, Friedrich Merz, lehnte Fragen nach seiner eigenen Kandidatur bisher ab. Allerdings sagte er zuletzt auch: "Ich fühle mich ermutigt." Gerüchte, dass Merz beim Parteitag am Ende des Monats einen Putschversuch gegen Kramp-Karrenbauer plane, wies er zurück.

Die CDU-Vorsitzende will den Parteitag nicht als Vorentscheidung über ihre Rolle verstanden wissen. "Es geht nicht um einen Befreiungsschlag", sagte sie in der Sendung. Vielmehr gehe es bei dem Treffen darum, das Profil der CDU zu schärfen und die Wahlchancen zu erhöhen. "Wenn Friedrich Merz und wer auch immer sich in der Aussprache dazu äußert, seinen Beitrag zu dieser programmatischen Schärfung zu bringen, dann ist das für die Partei gut", fügte die Verteidigungsministerin an. "Wir können doch nicht die ganze Zeit kritisieren, die CDU habe in den letzten Jahren zu wenig diskutiert. Jetzt werden Diskussionen angekündigt auf dem Parteitag und dann wird es diskutiert, als ob es der Untergang der CDU ist", sagte Kramp-Karrenbauer. Sie fürchte sich jedenfalls nicht vor offenen Gesprächen.

Zugleich verwies sie auf den bisherigen Plan der Partei, über die Kanzlerkandidatur erst auf einem weiteren Parteitag 2020 zu entscheiden. Weiter sagte Kramp-Karrenbauer: "Ich treibe als CDU-Vorsitzende aus der Führungsposition heraus den Prozess nach vorne."