Wer soll Kanzlerkandidat der Union werden? Bei dieser Frage bekommt derzeit der frühere Fraktionschef Friedrich Merz im ARD-DeutschlandTrend den größten Zuspruch. Demnach stimmten 42 Prozent der Befragten der Aussage zu, das er ein guter Kanzlerkandidat wäre. 43 Prozent teilen die Aussage nicht. Die übrigen 15 Prozent haben entweder keine Angaben gemacht, können es nicht beurteilen oder kennen Friedrich Merz nicht.

CDU-Chefin und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer fand unter den abgefragten Unionspolitikern hingegen die geringste Zustimmung. Lediglich 19 Prozent sagten, sie wäre eine gute Kanzlerkandidatin. Drei Viertel (74 Prozent) äußerten die gegenteilige Ansicht. Zudem sind nur noch 18 Prozent mit ihrer politischen Arbeit zufrieden.

Auf den zweiten Platz schaffte es mit 29 Prozent CSU-Chef Markus Söder. 27 Prozent halten der Umfrage zufolge Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für geeignet, bei NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sind es 23 Prozent. 

Betrachtet man nur die Meinungen der Unionsanhänger, liegt Friedrich Merz ebenfalls an der Spitze. Hier sagen 50 Prozent der Befragten, dass er ein guter Kanzlerkandidat wäre. Es folgt Markus Söder mit 35 Prozent vor Jens Spahn und Annegret Kramp-Karrenbauer mit je 31 Prozent. Die CDU-Parteichefin wird bei den Unionsanhängern also etwas besser gesehen. Armin Laschet trauen 29 Prozent der CDU/CSU-Anhänger zu, ein guter Kanzlerkandidat zu sein.

Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsunternehmens Infratest dimap am 4. und 5. November insgesamt 1.007 Menschen telefonisch.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.