Thüringens CDU-Chef Mike Mohring hat sich offenbar gegen eine Bewerbung im Landtag für das Amt des Ministerpräsidenten entschieden. "Wir beantragen keine Ministerpräsidentenwahl und stellen also auch keinen Kandidaten auf", sagte er der Thüringischen Landeszeitung. Auf Nachfrage bestätigte er, dass damit auch eine Kampfkandidatur gegen den bisherigen Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) ausgeschlossen sei.

Vier Wochen nach der Landtagswahl streitet die Thüringer CDU über ihren Kurs. Bei einer Rede auf dem Landestag der Jungen Union (JU) erhielt Mohring von den Delegierten nur spärlich Applaus. Kritisiert wurde er auch für seine Gespräche mit FDP, SPD und Grünen über eine Minderheitsregierung – ein sogenanntes Simbabwe-Bündnis. "Wir haben mit Platz 3 keinen Regierungsauftrag", sagte sein Vize Mario Voigt. Der Wählerauftrag laute Opposition.

Nach der Thüringer Landtagswahl am 27. Oktober verfügen weder die bisherige rot-rot-grüne Koalition noch eine mögliche CDU-geführte Regierung mit SPD, Grünen und FDP über eine Mehrheit im Landesparlament. Mohring hatte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel gebracht.

Der thüringische CDU-Chef ist Anfang November erneut zum Fraktionsvorsitzenden gewählt worden. Er erhielt in der konstituierenden Sitzung der neu zusammengesetzten Fraktion 66 Prozent der Stimmen. Nach der Landtagswahl 2014 war er noch einstimmig zum Fraktionschef gewählt worden.

Die CDU stellt seit der Landtagswahl vom 27. Oktober erstmals seit 1990 im Landtag nicht mehr die stärkste Fraktion. Sie hat nur noch 21 Sitze und ist damit drittstärkste Fraktion nach Linke und AfD.