Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat bis zum Jahresende die Vorlage eines neuen Jugendmedienschutzgesetzes angekündigt. Hasskommentare, Cybermobbing, Texte sexuellen Inhalts und sogar Kinderpornographie im Klassenchat bezeichnete sie im Gespräch mit der Welt am Sonntag als "Albtraum für Kinder und Jugendliche, Eltern, aber auch für Lehrerinnen und Lehrer". Familien und Schulen dürften mit dem Problem nicht alleingelassen werden. Messengerdienste seien durch den Jugendmedienschutz bisher schwer zu fassen.

Laut Giffey sollen künftig alle wesentlich von Kindern und Jugendlichen genutzten interaktiven Internetdienste ihre Angebote so gestalten, dass Minderjährige etwa durch sichere Voreinstellungen und gut funktionierende Melde- und Beschwerdesysteme stärker als bisher geschützt sind. Wichtig sei darüber hinaus eine zuverlässige Beobachtung von Onlinerisiken und mehr Medienkompetenz in Familien und an Schulen.

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) warnte in dem Zusammenhang in der Welt am Sonntag vor einer "schleichenden Tendenz zu einer Verrohung der Gesellschaft". An den Schulen müsse der Umgang mit den digitalen Medien gelehrt werden. Die bildungspolitische Sprecherin der Grünenbundestagsfraktion Margit Stumpp sagte der Zeitung, neben einem effektiven Schutz vor gefährdenden Inhalten müssten Kinder und Jugendliche befähigt werden, sich kritisch und kompetent in den digitalen Medien zu bewegen.