30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer hat US-Präsident Donald Trump an "die mutigen Männer und Frauen aus Ost- und Westdeutschland" erinnert, die ein Symbol der Unterdrückung und des gescheiterten Sozialismus eingerissen hätten. Das Schicksal der Mauer solle als Lehre für repressive Regime und Herrscher sein.

"Kein Eiserner Vorhang kann jemals den eisernen Willen eines Volkes zurückhalten, das entschlossen ist, frei zu sein", heißt es in der Mitteilung des Weißen Hauses. Darin gratuliert Trump den Menschen in Deutschland zu den gewaltigen Fortschritten, die es im Zuge der Wiedervereinigung erzielt habe. Deutschland sei "einer der geschätztesten Verbündeten", mit dem die USA gemeinsam daran arbeiten würden, "die Flamme der Freiheit" weiterbrennen zu lassen.

Trump zitiert Goethe ("Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss") und warnt, dass es immer noch tyrannische Regime gebe, die für Unterdrückung und Totalitarismus nach sowjetischem Vorbild stünden. Die USA setzten sich dagegen für Freiheit ein, die Frieden und Wohlstand gewährleiste.

Ein Geschenk der Initiative Offene Gesellschaft, das für eine Welt ohne Mauern stehen soll, wollte Trump allerdings nicht annehmen. Der Verein wollte dem US-Präsident ein 2,7 Tonnen schweres Stück der Berliner Mauer überreichen. Das Weiße Haus habe jedoch die Annahme verweigert.

"Deutschland ist wieder vereint und in Berlin erinnern uns nur vereinzelte Stücke daran, dass keine Mauer ewig hält", steht auf dem Mauerstück. "Jahrzehntelang spielten die Vereinigten Staaten eine wesentliche Rolle dabei, diese Mauer zu Fall zu bringen. Von John F. Kennedy bis Ronald Reagan, die Präsidenten der USA kämpften dagegen."

Die Aktion solle Trump an den Einsatz der USA für eine offene Gesellschaft erinnern, sagte Jörg Waschescio von der Initiative Offene Gesellschaft. Sie sei ein "Statement gegen Mauern im Allgemeinen", nicht gegen eine bestimmte. Trump will eine Mauer an der US-Grenze mit Mexiko bauen und preist diese immer wieder als "wunderschön" und "groß" an.

Das Mauersegment ist nach Angaben der Initiative seit Oktober auf dem Weg nach Washington. Sollte das Weiße Haus das Mauerstück auch in den kommenden Tagen nicht annehmen, werde es auf eine "kleine Tour durch die Staaten gehen", sagte Waschescio. Schließlich sei ein Geschenk an den Präsidenten Eigentum des amerikanischen Volkes. Man wolle sicherstellen, dass viele Menschen es sehen könnten.