Muslimische Mädchen sollten in der Grundschule und der Kita aus Sicht der CDU-Spitze kein Kopftuch tragen. Darüber soll auf dem kommenden Bundesparteitag abgestimmt werden. "Das Tragen des Kopftuchs macht aus den kleinen Kindern schon erkennbar Außenseiter, etwa auf dem Spielplatz oder auf dem Schulhof. Dies wollen wir in jedem Fall verhindern", heißt es in einer Beschlussempfehlung der Antragskommission für den CDU-Parteitag in Leipzig am Freitag und Samstag. Die CDU setze dabei vor allem auf die Überzeugung der Eltern. "Wir schließen allerdings als letztmögliche Maßnahme auch ein Verbot nicht aus", heißt es weiter.

Den Antrag stellte ein Bezirksverband der Seniorenunion. Dieser hatte die CDU-Fraktionen der Landtage, Bürgerschaften und des Abgeordnetenhauses von Berlin auffordern wollen, ein gesetzliches Kopftuchverbot in Schulen einzuführen. Die vom CDU-Bundesvorstand bestellte Antragskommission des Parteitags empfiehlt nun, eine leicht abgeschwächte Fassung des Antrags anzunehmen.

Fraglich ist, ob Kopftücher für Schülerinnen in Deutschland überhaupt verboten werden dürften. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags kam 2017 zu dem Ergebnis, dass das verfassungsrechtlich "wohl nicht zulässig" wäre und bezieht sich dabei auch auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu Lehrerinnen mit Kopftuch.

Schritte gegen das Tragen von Kopftüchern an Schulen werden vor allem in der CDU immer wieder diskutiert. Im Mai hatte ein Kopftuchverbot an Grundschulen in Österreich auch in Deutschland eine Debatte angestoßen. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), kündigte an, ein Kopftuchverbot an Grundschulen prüfen zu lassen. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte damals, sie halte die Debatte für berechtigt.