Außenminister Heiko Maas (SPD) hat das Vorgehen von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) im Falle von Nordsyrien kritisiert. Mit ihrem Vorstoß zu einer Schutzzone in der Region habe sie die deutsche Außenpolitik beschädigt. Er glaube, dass der Vorschlag der CDU-Chefin "weder innerhalb der Bundesregierung noch innerhalb der Union" abgestimmt gewesen sei, sagte Maas im Berliner Salon des RedaktionsNetzwerks Deutschlands (RND). "So etwas macht keinen guten Eindruck, weder innerhalb noch außerhalb Deutschlands."

Seine Äußerungen zu dem Vorschlag im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu in Ankara verteidigte Maas. "Ich habe die Frage eines Journalisten beantwortet, deshalb war auch nichts dabei", sagte er. Auch den Namen der Kabinettskollegin habe er nicht erwähnt.

Maas war für den Auftritt kritisiert worden. Er hatte bei der Pressekonferenz mit Çavuşoğlu zu Kramp-Karrenbauers Nordsyrien-Vorstoß gesagt: "Überall wird uns gesagt, das sei kein realistischer Vorschlag. Und deshalb haben wir die Zeit genutzt, uns mit den Themen auseinanderzusetzen, die wichtig sind für die Menschen in Syrien jetzt." Çavuşoğlu sagte, der Vorschlag Kramp-Karrenbauers sei nicht realistisch, da im Nordosten Syriens inzwischen russische und syrische Regierungstruppen präsent seien.

Kritik an Maas' Äußerung wurde vor allem aus der CDU geäußert. Auch die FDP sprach von einem "skandalösen Auftritt" des Außenministers.