Vor ihrem Bundesparteitag in Braunschweig sieht sich die AfD mit einer neuen Parteispendenaffäre konfrontiert. Laut internen Buchhaltungsunterlagen, die dem Spiegel und der Schweizer Wochenzeitung WOZ nach eigenen Angaben vorliegen, verstieß die AfD in dem Jahr ihrer Gründung und dem Folgejahr 2014 mehrfach gegen das Parteiengesetz. Es geht um nicht ordnungsgemäß deklarierte und wohl unzulässige Spenden in einer Gesamthöhe von rund 55.000 Euro.

So wurde den Dokumenten zufolge die Spende einer Firma aus dem US-Bundesstaat Florida in Höhe von 13.500 Dollar nicht korrekt im Rechenschaftsbericht der Partei angegeben. In ­einem anderen Fall verschwieg die AfD eine Zuwendung in Höhe von 11.900 Euro, mit der eine Parteiveranstaltung in Krefeld finanziert wurde. In einem Schreiben des Spenders an die Partei soll es dazu heißen, der Rechnungsbetrag sei wunschgemäß gestückelt worden. 

Auch eine Wahlkampfspende in Höhe von 9.999 Euro, die über das Konto einer Münchner Treuhandfirma überwiesen wurde, wirft Fragen auf. Dabei könnte es sich um eine sogenannte Strohmannspende über einen Vermittler handeln, deren Annahme laut Parteiengesetz unzulässig ist.

Zudem nutzte die AfD den Dokumenten zufolge in ihrer Gründerzeit eine schwarze Kasse, aus der Wahlkampfaktivitäten für ausgewählte Parteigliederungen sowie den damaligen Co-Vorsitzenden der AfD Konrad Adam finanziert wurden. Das Geld floss über einen hessischen Verein, der ursprünglich zur Unterstützung der AfD-Vorgängerorganisation Wahl­alternative 2013 gegründet worden war.

Laut eines internen Kassenprüfungsberichts beliefen sich die Kostenübernahmen des Vereins zugunsten der AfD im Jahr 2014 auf rund 23.000 Euro. Im entsprechenden Rechenschaftsbericht der Partei werden die Zuwendungen jedoch nicht erwähnt. Adam bestätigte dem Spiegel laut des Berichts, dass er seinerzeit Wahlkampfhilfen des Vereins erhalten habe. Er sei davon ausgegangen, dass alles korrekt abgelaufen sei.

Der Bundesschatzmeister der AfD Klaus Fohrmann sagte, dass eine Auskunft zu Vorgängen in der Gründungszeit der Partei in der Kürze der vorgegebenen Antwortzeit nicht möglich sei. Sollte die Bundesverwaltung die Zuwendungen als illegale Spenden einstufen, drohen der AfD Strafzahlungen von rund 133.000 Euro.

Strafzahlungen werden üblicherweise von der staatlichen Parteienfinanzierung einbehalten, die den Parteien zusteht. Einige solcher Einbußen musste die Partei bereits hinnehmen und weitere Einbehalte drohen, weil auch Spenden für den Bundestagswahlkampf von Fraktionschefin Alice Weidel oder für Landtagswahlkämpfe in Baden-Württemberg für den heutigen Parteichef Jörg Meuthen und in NRW für den damaligen Kandidaten Guido Reil nicht ordnungsgemäß deklariert wurden.  Zum Teil laufen hier bereits Gerichtsverfahren.