Laut CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak ähnele die AfD immer mehr der NPD. Eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Partei schließt er daher aus. "Die AfD rückt damit dorthin, wo die NPD einst ihren Platz hatte. Aus blau wird braun", schreibt Ziemiak in einem Gastbeitrag für den Spiegel.

Das Ziel der AfD sei nicht die Zusammenarbeit mit der Union, sondern deren Zerstörung. Koalitionen oder irgendeine andere Art der Zusammenarbeit wären "ein Verrat an unseren christdemokratischen Werten", erklärte der CDU-Politiker. Ziemiak stellt sich damit deutlich gegen die 17 CDU-Landes- und Kommunalpolitiker in Thüringen, die sich für Gespräche mit der AfD ausgesprochen haben.

Besonders deutliche Worte fand Ziemiak für Björn Höcke, den Thüringer Fraktionschef der AfD. "Höcke ist für mich ein Nazi und die AfD mit ihm auf dem Weg zur NPD 2.0", schrieb der CDU-Generalsekretär. Die AfD baue offen und sichtbar Brücken zum Rechtsextremismus. "Die oft formulierte relativierende Ausrede, dass die AfD mehr als Höcke und mehr als der vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestufte 'Flügel' sei, hat Alexander Gauland am Abend der Thüringer Landtagswahl widerlegt", schrieb er. Gauland habe dort erklärt, Höcke habe alles richtig gemacht und gesagt.

Die AfD ist aus Ziemiaks Sicht eine Partei, "die zu großen Teilen einen völkisch-autoritären Politikansatz verfolgt und grundlegende Prinzipien unserer Verfassung infrage stellt". Die Partei rede der auf Homogenität ausgerichteten Volksgemeinschaft das Wort. "So fing es auch schon 1933 an", schrieb der CDU-Politiker.

Angesichts ihrer Niederlage bei der Landtagswahl und unklarer Verhältnisse bei der Regierungsbildung hatten 17 Thüringer CDU-Mitglieder in einem Schreiben die Bereitschaft zu Gesprächen mit allen demokratisch gewählten Parteien gefordert – also auch mit der AfD und der Linken. Ziemiak hatte das zurückgewiesen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD sei "irre". 

CDU-Landeschef Mike Mohring kritisierte Ziemiak für diese Wortwahl: "Die Mitglieder meiner Partei haben das Recht, ihre Meinung zu äußern. Niemand ist deshalb irre. Ich verwahre mich gegen diese respektlose Äußerung", so Mohring.