Bremens Innensenator Ulrich Mäurer hat den rechtsextremistischen Verein "Phalanx 18" verboten und aufgelöst. Zur Begründung teilte der SPD-Politiker mit, der Verein sei der nationalsozialistischen Ideologie verhaftet und habe versucht, seine verfassungsfeindliche Ideologie mit aggressiv-kämpferischen Mitteln durchzusetzen. In Bremen wurden im Zuge des Verbots am Mittwochmorgen drei Wohnungen durchsucht, in Niedersachsen eine weitere. Das Wort Phalanx bedeutet soviel wie Schlachtreihe, die 18 steht in der rechten Szene als Code für Adolf Hitler.

Bereits vor zwei Wochen hatte die Innenbehörde sogenannte Liederabende der Gruppierung mit Konzerten der Bands "Hermunduren" und "Zeitnah" verboten, die für den 9. November geplant waren, den Jahrestag der Pogromnacht von 1938. "Angesichts der rechtsextremistischen Weltanschauung dieser Gruppierung ist davon auszugehen, dass die Veranstaltung nicht dem Gedenken, sondern vielmehr einer Verhöhnung der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus dienen soll", hatte Mäurer damals erklärt.

Rechte Hools und Rechtsrock

"Phalanx 18" war den Angaben der Behörde zufolge unter anderem an gezielten Provokationen und kämpferischen Handlungen beteiligt. Zudem habe der Verein umfangreich für rechtsextremistische Musik sowie für verbotene Veranstaltungen geworben.

Mitglieder des Vereins waren vor einigen Wochen in Bremen aufgefallen, als sie in einem Szeneviertel randalierten und aus einer Kneipe flogen. Anschließend kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen an einer anderen beliebten Kneipen- und Restaurantmeile. Nach Erkenntnissen der Tageszeitung taz sollen der Gruppe etwa zehn Personen angehören, die mit der rechten Hooligan- und Rechtsrockszene in Bremen verbunden sind.

In der Diskussion um Rechtsextremismus waren in diesem Jahr auch Forderungen laut geworden, das gewaltbereite rechtsextreme Netzwerk "Combat 18" zu verbieten. Es gilt als bewaffneter Arm von "Blood and Honour" und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv. Das Neonazinetzwerk "Blood and Honour" (Blut und Ehre) ist in Deutschland verboten. Das Bundesinnenministerium hatte nach Angaben von Ressortchef Horst Seehofer (CSU) Mitte Oktober Verbote von sechs rechtsextremen Gruppierungen geprüft.