Trotz aller Unstimmigkeiten in der großen Koalition fänden es zwei Drittel der Bundesbürger gut, wenn die Bundesregierung aus Union und SPD bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2021 im Amt bliebe. Das gaben 68 Prozent aller Befragten im aktuellen Politbarometer des ZDF an – unter CDU/CSU-Anhängern waren es 89 Prozent, unter SPD-Anhängern 83 Prozent.

73 Prozent der 1.264 Wahlberechtigten, die die Forschungsgruppe Wahlen befragte, glauben, dass das Regierungsbündnis bis zur nächsten Bundestagswahl bestehen bleibt. Deutliche Zustimmung von 70 Prozent fand auch die Absicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), bis 2021 im Amt zu bleiben.

Wenn bereits am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union aber nur noch auf 27 Prozent und würde damit im Vergleich zur Umfrage im Oktober zwei Prozentpunkte verlieren. Ihr Regierungspartner SPD verharrt bei 14 Prozent. Die Grünen würden zwei Punkte auf 22 Prozent verlieren, die Linke dagegen zwei Punkte auf zehn Prozent zulegen. Die AfD verbessert sich um einen Punkt auf 14 Prozent, die FDP um ebenfalls einen Punkt auf sieben Prozent.

Damit hätte als einziges Zweierbündnis eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen eine Mehrheit. Für eine grün-rot-rote Koalition würde es dagegen nicht reichen.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Repräsentative Umfragen unterliegen immer Fehlern. Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Bereich von einem bis drei Prozentpunkten über oder unter den letztlich angegebenen Messwerten liegt. Den Korridor dieses statistischen Fehlers zeigen wir ab sofort in unseren Grafiken zu Wahlumfragen.

Die Ergebnisse basieren immer auf Stichprobenbefragungen. Diese decken in der Regel nur spezielle Teile der Bevölkerung ab (zum Beispiel Menschen mit Festnetz-Telefonanschluss oder Internetnutzer). Einige potenzielle Teilnehmer sind ablehnend und wollen erst gar nicht befragt werden. Fragen werden mitunter auch falsch verstanden und nicht immer aufrichtig beantwortet. Zum Beispiel auch in Reaktion auf vorangegangene Umfragen. Um jedoch ein allgemeines Meinungsbild über alle Bevölkerungsgruppen hinweg zu berechnen, müssen die Demoskopen fehlende Messwerte und vermutete Ungenauigkeiten ausgleichen und die vorliegenden Zahlen neu gewichten. Diese (in der Regel nicht transparenten) Formeln unterscheiden sich in den Instituten und führen daher zu unterschiedlichen Aussagen.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Aussagen und Berechnungen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.

Weitere Hintergründe über unseren Umgang mit Wahlumfragen finden Sie in unserem Transparenzblog Glashaus.

Eine klare Präferenz zeigten die befragten SPD-Anhänger in Bezug auf die neuen Vorsitzenden der Sozialdemokraten: Bei der entscheidenden Stichwahl liegt das Duo aus Finanzminister Olaf Scholz und der Brandenburger Landespolitikerin Klara Geywitz klar vorn. 40 Prozent von ihnen meinen, dass dieses Kandidatenpaar am besten geeignet wäre, die Partei zu führen. Weniger als ein Viertel glaubt, dass das Konkurrenzduo aus Nordrhein-Westfalens früherem Finanzminister Norbert Walter-Borjans und der Bundestagsabgeordneten Saskia Esken am besten wäre. 37 Prozent der SPD-Anhänger sahen sich nicht in der Lage, ein Urteil abzugeben.