Das Bundesamt für Verfassungsschutz ermittelt wegen eines Rechtsextremismus-Verdachts gegen einen Mitarbeiter. Die betroffene Person sei "nach Bekanntwerden dieses Falles umgehend suspendiert" worden, sagte Verfassungsschutzchef Thomas Haldenwang dem Spiegel. Das Bundesamt gehe "jeglichem Extremismusverdacht unverzüglich und konsequent sowie mit allen rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln nach".

Eine Sprecherin des Verfassungsschutzes bestätigte, dass es seit Mai gegen eine "amtsangehörige Person" disziplinarische Ermittlungen "im Zusammenhang mit möglichen 'rechtsradikalen' Aktivitäten oder Kontakten" gebe. Genauere Angaben zu den Ermittlungen machte sie nicht.

Der Spiegel sowie Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR berichteten, es gehe um mögliche rechtsextreme Äußerungen in einem WhatsApp-Chat. In der Chatgruppe sollen laut Spiegel auch Bilder von Adolf Hitler verschickt worden sein. Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR berichten, es handele sich bei der suspendierten Person um einen Verfassungsschützer, der seit rund acht Jahren im Bundesamt tätig ist.

Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt hatten erst im Oktober angekündigt, mit mehr Personal und neuen Methoden auch gegen Rechtsextremismus vorgehen zu wollen. Dem Verfassungsschutz war vor allem unter seinem ehemaligen Chef Hans-Georg-Maaßen mehrfach vorgeworfen worden, Rechtsextremismus nicht ernst genug zu nehmen.