"Islamischer Staat" - Türkei will gefangene IS-Kämpfer ausweisen "Wir sind nicht das Hotel für IS-Mitglieder anderer Staaten", sagte Innenminister Süleyman Soylu. Die Ausbürgerung von IS-Kämpfern durch EU-Staaten sei nicht akzeptabel. © Foto: Adem Altan/AFP/Getty Images

Die Türkei will 20 deutsche Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in die Bundesrepublik abschieben. Das berichten die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten. Die türkische Armee habe seit Beginn ihres jüngsten Einmarsches in Nordsyrien vor einem Monat vier deutsche IS-Mitglieder gefasst, sagte der Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, Fahrettin Altun, den Zeitungen. Weitere 16 Bundesbürger säßen wegen IS-Mitgliedschaft bereits länger in Abschiebezentren.

"Wir sind für niemandes IS-Mitglieder ein Hotel", hatte zuvor der türkische Innenminister Süleyman Soylu gesagt. Er kritisierte, dass mehrere europäische Staaten IS-Verdächtigen die Staatsangehörigkeit entzogen hätten. Das sei inakzeptabel und unverantwortlich. Länder wie Großbritannien oder die Niederlande, aus denen einige der Gefangenen stammten, machten es sich auf diese Weise einfach. Zahlen zu Gefangenen nannte Soylu nicht.

Mehrere europäische Staaten haben es bisher abgelehnt, IS-Anhänger zurückzuholen, die von Kämpfern der kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) gefangen genommen wurden. Die Türkei hatte am 9. Oktober eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen, die nach acht Tagen zunächst durch eine mit den USA ausgehandelte Waffenruhe gestoppt wurde.