Die Thüringer CDU hat ein Gesprächsangebot der Linken offiziell abgelehnt. Dies haben beide Seiten bekannt gegeben. Seine Partei stehe weder für eine Koalition noch für andere Formen der Zusammenarbeit mit der Linkspartei zur Verfügung, heißt es in einem Schreiben von CDU-Generalsekretär Raymond Walk an die Linke-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow. Walk verweist darin auf den entsprechenden Beschluss der Landtagsfraktion.

Damit wird es für die Linkspartei von Ministerpräsident Bodo Ramelow deutlich schwieriger, eine stabile Landesregierung zu bilden. Die Linke hatte die Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober zwar gewonnen. Ihre bisherige rot-rot-grüne Koalition verfügt allerdings über keine Mehrheit mehr: Ihr fehlen im Landtag vier Stimmen, die sie nun nur noch mit Hilfe der FDP erreichen kann.

CDU Landespartei- und Fraktionschef Mike Mohring will eine Minderheitsregierung mit der FDP sowie SPD und Grünen versuchen, die allerdings drei Stimmen weniger als Rot-Rot-Grün hätte. Die Einladungen der CDU an diese drei Parteien seien auf dem Weg, sagte Walk.

Offen ist, ob es noch zu dem von Mohring angekündigten Gespräch zwischen ihm und Ramelow kommen wird. Der CDU-Landesvorstand hatte dem zugestimmt, Generalsekretär Walk zufolge habe der Regierungschef sein Gesprächsangebot inzwischen zurückgenommen. Von der Staatskanzlei gab es dafür bisher keine Bestätigung.

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck ermunterte zur Zusammenarbeit mit Ramelow. Dieser sei nicht als Radikaler aufgefallen, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Wenn die Parteien der demokratischen Mitte jetzt verträgliche Formen der Zusammenarbeit oder Tolerierung mit ihm finden würden, fände ich das eher pragmatisch." Die AfD ist aus seiner Sicht noch nicht soweit, in Regierungsämtern mitzugestalten. "Die Zeit für eine Mitregierung der AfD aber ist noch nicht gekommen, im Gegenteil: Die Partei muss dringend klären, wofür sie eigentlich steht", sagte Gauck der Zeitung.