Zeitungsverlage in Deutschland werden für das Jahr 2020 voraussichtlich eine Förderung zur Zeitungszustellung in Höhe von 40 Millionen Euro erhalten. Der Haushaltsausschuss des Bundestags beschloss einen entsprechenden Antrag der Koalitionsfraktionen Union und SPD. Ziel sei es, die flächendeckende Versorgung mit Abo-Zeitungen und Anzeigenblättern zu unterstützen, heißt es dort.

Bis zur Vorlage eines Gesamtkonzepts durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sollen die Ausgaben demnach allerdings gesperrt bleiben. Das Konzept soll eine Förderung zeitlich begrenzt auf fünf Jahre beinhalten. Voraussichtlich Ende November soll der Bundestag über das Vorhaben abstimmen.

Hintergrund der staatlichen Hilfen sind unter anderem die rückläufige Auflagenzahlen von Tageszeitungen in Deutschland. Zudem beklagen Verlage gestiegene Kosten – auch wegen Veränderungen in den Verlagsstrukturen durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns für Zeitungszusteller, der seit 2018 gilt.

Täglich werden 10 Millionen Zeitungen zugestellt

Im aktuellen Branchenbericht des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ist von jährlichen Mehrkosten für die Verlage von rund 400 Millionen Euro die Rede. Rund 100.000 Zustellerinnen und Zusteller – überwiegend angestellt als geringfügig Beschäftigte – bringen demzufolge jeden Tag mehr als 10 Millionen Zeitungen zu den Leserinnen und Lesern. Insgesamt wurden in Deutschland im zweiten Quartal 2019 täglich 13,52 Millionen Tageszeitungsexemplare verkauft.

Es sei gut, dass das Arbeitsministerium den Handlungsbedarf erkannt und sich entschlossen habe, auf eine Situation zu reagieren, die auch durch Regierungshandeln entstanden sei, sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. "Eine so geringe Förderung löst aber kein einziges Problem. Die Fördersumme mag zunächst hoch erscheinen, hätte aber pro ausgeliefertem Zeitungsexemplar weniger als einem Cent entsprochen." Dem stehen Wolff zufolge durchschnittliche Vertriebskosten von 52 Cent pro ausgetragener Zeitung gegenüber.