Die vom Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) in Sichtweite des Reichstagsgebäudes in Berlin aufgestellte Stahlsäule muss nach Angaben der zuständigen Bezirksverwaltung entfernt werden. "Den Verantwortlichen wurde eine Frist zur Beseitigung bis 20.12. gesetzt", teilte Stadträtin Sabine Weißler vom Bezirksamt Mitte am Dienstag auf Anfrage mit. Danach werde das Bezirksamt die Säule entfernen, die inzwischen einbetoniert worden sei. "Dafür gibt es keine Genehmigung."

Das für seine provokanten Aktionen bekannte Künstlerkollektiv wollte mit der Säule an das Ermächtigungsgesetz von 1933 erinnern, durch das die Konservativen die Machtübernahme der Nationalsozialisten erst ermöglichten – und damit vor einer Zusammenarbeit mit der AfD warnen. Die Aktionskünstler hatten die Gedenkstätte am Montag vor einer Woche auf dem Gelände der früheren Krolloper gegenüber dem Reichstagsgebäude aufgestellt, zunächst ohne Betonfundament. An der Aktion hatte es kurz darauf heftige Kritik unter anderem von jüdischen Gruppen gegeben, weil das Kollektiv behauptete, die Stahlsäule enthalte Asche von Opfern der Massenmorde der Nazis. Das Sichtfenster der Säule war daraufhin bereits zugeklebt worden.