Nach dem Anschlag von Halle sollen zusätzliche Maßnahmen zum Schutz von Synagogen und jüdischen Gemeindehäusern zu 100 Prozent vom Staat übernommen werden. Darauf habe sich die Ministerpräsidentenkonferenz der Länder im Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verständigt, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Felix Klein.

"Absolute Sicherheit gibt es nicht. Aber wenn es überhaupt ein positives Signal nach Halle gibt, dann doch, dass die Politik verstanden hat, dass man etwas tun muss", betonte Klein beim zehnjährigen Jubiläum des orthodoxen Rabbinerseminars zu Berlin.

In Deutschland müsse darauf geachtet werden, dass jüdisches Leben selbstverständlicher werde. "Jede Polizeidienststelle muss wissen, wann Jom Kippur ist", sagte Klein. Halle habe gezeigt, dass ein gesamtgesellschaftliches Bewusstsein für jüdisches Leben geschaffen werden müsse.

60 Millionen für Erhalt der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

Außerdem wird Deutschland mit bis zu 60 Millionen Euro den Erhalt der Gedenkstätte am ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau unterstützen. Den Betrag wollen Bund und Länder je zur Hälfte zum Kapitalstock der Stiftung Auschwitz-Birkenau beisteuern.

Am 27. Januar 2020 jährt sich zum 75. Mal der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers. "Das ist eine gute Botschaft, die ich morgen auch mit nach Polen nehmen kann", sagte Merkel. Sie wird an diesem Freitag zum ersten Mal Auschwitz besuchen.