Auf der Klimakonferenz COP25 in Madrid hat das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) mehrere neue Initiativen vorgestellt, die einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten und Menschen in Entwicklungsländern unterstützen, die bereits heute unter den Folgen der Erderwärmung leiden. Dazu werde es im kommenden Jahr 500 Millionen Euro zusätzlich investieren, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). "Denn die Klimafrage entscheidet sich in den Entwicklungs- und Schwellenländern", sagte Müller.

Besonders den ärmsten Ländern fehlt es oft an Ressourcen, um sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Gemeinsam mit den Versicherungsunternehmen Global Parametrics und Hannover Rück hat das BMZ auf der COP25 den Natural Disaster Fund (NDF) Deutschland vorgestellt. Der Fonds sichert Hilfsorganisationen und andere Institutionen in Entwicklungsländern ab, damit diese nach einer Naturkatastrophe Hilfe leisten können. Dazu werde das BMZ 25 Millionen Euro bereitstellen.  

Ozeane spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Weltklimas – sie nehmen 90 Prozent der zusätzlichen Wärme auf. Gleichzeitig sind Meereslebewesen und Küstenbewohner besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Die chilenische COP-Präsidentschaft legt daher ein besonderes Augenmerk auf die Rolle von Ozeanen bei Klimaschutz und Anpassung. Auf der Klimakonferenz in Madrid startet daher der vom BMZ mitgegründete Blue Action Fund eine neue Ausschreibung für Meeres- und Küstenschutzprojekte im Westindischen Ozean. Der Green Climate Fund und das Bundesentwicklungsministerium investieren hierfür gemeinsam 55 Millionen Euro, um Küstenbewohner bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.

Entwicklungsländer sollen nationale Klimaschutzbeiträge steigern

Zu den weiteren Initiativen, die das BMZ auf der COP25 vorstellt, gehören eine zusätzliche Unterstützung von Entwicklungsländern bei der Steigerung ihrer nationalen Klimaschutzbeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs), die Förderung von Grünen Anleihen sowie eine Partnerschaft mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), die Finanzministerien und Zentralbanken in Entwicklungsländern dabei unterstützen soll, Klimarisiken in ihrer Politik zu berücksichtigen.

"Wir begrüßen die Ankündigung der Bundesregierung, Klimarisiken in armen Ländern finanziell abzufedern. Die ärmsten Menschen brauchen diese Finanzmittel dringend, damit sie nach Wetterextremereignissen, wie Fluten oder Stürmen, rasch wieder auf die Beine kommen können. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es ist allerdings schwer nachzuvollziehen, warum Deutschland und die EU sich nach wie vor verweigern, einem Fonds für Klimaschäden zuzustimmen, in den alle Industrieländer einzahlen", sagte Sabine Minninger, Klimareferentin von Brot für die Welt.

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