Die Deutschen werden immer älter und müssten daher mittelfristig auch darüber nachdenken, das Renteneintrittsalter anzupassen, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Denn immer weniger Junge zahlten für immer mehr Alte in die Rentenkassen. Das Wichtigste sei also, die Zahl der Erwerbstätigen hoch zu halten. Sonst müsse man entweder das System ändern oder das Renteneintrittsalter erhöhen.

Je besser es allerdings gelinge, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen und dadurch die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten, desto weniger stelle sich die Frage nach der längeren Lebensarbeitszeit, so der Arbeitgeberpräsident.

FDP für flexibles Rentensystem

Die FDP hatte vorgeschlagen, das starre gesetzliche Renteneintrittsalter abzuschaffen und durch ein flexibles System zu ersetzen. Eine solche Flexibilisierung führe laut FDP-Sozialpolitiker Johannes Vogel dazu, "dass jede und jeder selbst entscheiden kann, wann er oder sie in Rente geht". Und natürlich bekommen man umso weniger Rente, je früher man aus dem Arbeitsleben ausscheide – und umso mehr, je länger man arbeite. Zuverdienstgrenzen sollten abgeschafft werden und Teilrentenmodelle für einen flexiblen Übergang möglich sein.

In Deutschland werde weiter eine "sehr erbitterte Debatte" über die Rente mit 65 oder 67, geförderte Renten mit 63 oder eine Rente mit über 70 ausgetragen. Vogel verwies auf das schwedische Modell, das die Debatte dort befriedet habe. Spannend an diesem Modell sei, dass flexible Übergänge möglich seien. Längeres Arbeiten werde belohnt.