Der CDU-Kreisvorstand Anhalt-Bitterfeld will seinen Beisitzer Robert Möritz weder aus dem Vorstand noch aus der Partei ausschließen. Dies teilte das Gremium nach einer Sondersitzung des Vorstandes mit. Der Beschluss sei einstimmig gefallen – bei einer Enthaltung und einer Befangenheitserklärung. 

Zuvor hatte der CDU-Kreispolitiker eingeräumt, 2011 als Ordner auf einer Neonazidemonstration gearbeitet zu haben und Mitglied in dem mutmaßlich rechtsextremistischen Verein Uniter zu sein. Am Donnerstag hatte Möritz noch erklärt, "zu keiner Zeit als Ordner für eine links- oder rechtsextremistische Organisation" tätig gewesen zu sein. Allerdings, so hieß es in seiner Erklärung zu den Vorwürfen, habe er für ein Sicherheitsunternehmen gearbeitet, "welches diverse Veranstaltungen absicherte".

In sozialen Medien kursierten allerdings Fotos und Videos, die Möritz mit dem Wappen von Uniter und als Ordner auf der besagten Demo zeigen sollen. Laut der Mitteldeutschen Zeitung erkennt man ihn auf Aufnahmen vom 1. Mai 2011 – mit weißer Armbinde neben einem Lautsprecherwagen, auf dem ein Redner über den "Volkskörper" spricht und gegen eine "Fremdarbeiterinvasion" wettert. Auf weiteren Fotos soll demnach zu erkennen sein, dass Möritz ein Polohemd mit dem Logo der Rechtsrock-Band Endstufe trägt. 

Für die CDU in Anhalt-Bitterfeld lässt sich aus der Ordnertätigkeit und Uniter-Nähe keine rechtsextremistische Gesinnung ableiten. In der Mitteilung zitiert der Kreisverband sein Mitglied mit den Worten, Möritz sei zum Zeitpunkt der Demonstration mit 19 Jahren noch nicht gefestigt gewesen und habe den Auftrag aus "falsch verstandener Loyalität" angenommen. Laut der CDU-Mitteilung bat Möritz um Entschuldigung: "Ja, es war ein Fehler, diese Demonstration als Ordner zu begleiten."  

Bereits vor der Sitzung – und damit der eigentlichen Befragung von Möritz – hatte der örtliche CDU-Chef Matthias Egert gesagt, er halte die Vorwürfe für absurd. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, ist inzwischen auch CDU-Landeschef Holger Stahlknecht alarmiert. Er hatte die Ortsgruppe demnach bereits am vergangenen Mittwoch aufgefordert, ihn umgehend über die Lage zu informieren.

"Die CDU hat ganz offensichtlich ein Rechtsextremismus-Problem", zitiert die Zeitung Linke-Fraktionschef Thomas Lippmann zu den Vorgängen in Anhalt-Bitterfeld. CDU-Generalsekretär Schulze entgegnete demnach daraufhin: Die CDU in Sachsen-Anhalt habe 6.500 Mitglieder, diese dürfe man nicht pauschal verdächtigen.