Bei dem nächsten Treffen des Koalitionsausschusses wird es nach Ansicht von SPD-Chefin Saskia Esken nicht zu einer harten Konfrontation kommen. "Es wird keinen Clash geben", sagte Esken in einem Gespräch mit ZEIT ONLINE.

Der Koalitionsausschuss trifft sich am Donnerstagabend in neuer Zusammensetzung. Die neuen Vorsitzenden der SPD, Esken und Norbert Walter-Borjans, nehmen erstmals an dem Treffen mit den Spitzen der Unionsparteien teil. 

Dabei wolle keiner der Teilnehmer "eine Deadline oder einen Showdown", sagte Esken. Es werde ein Arbeitstreffen. "Wir werden ganz sicher nicht nur Kekse essen." Anwesend sein werden auch die Fraktionschefs der Parteien im Bundestag und führende Kabinettsmitglieder wie Vizekanzler Olaf Scholz oder Kanzleramtsminister Helge Braun.

"100 Tage Welpenschutz"

In der Union waren zuletzt Befürchtungen geäußert worden, die SPD würde auf "Begrüßungsgeschenke" für das neue Vorsitzendenduo hoffen und einen neuen Kurs in der Koalition forcieren – oder gar einen raschen Koalitionsbruch herbeiführen. Im SPD-internen Wahlkampf hatten Esken und Walter-Borjans auch bei manchen Parteianhängern entsprechende Erwartungen geweckt. Esken galt dabei im Vergleich zu ihrem Tandempartner Walter-Borjans stets als die größere Kritikerin der Koalition.

Zur Kritik, die Esken seit ihrer Wahl von Parteifreunden und Medien entgegenschlägt, sagt sie: "Diese Heftigkeit hat mich schon überrascht." Normalerweise genössen Politiker, die ein neues Amt antreten, "100 Tage Welpenschutz". Der habe bei ihr "schon nach 100 Sekunden nicht mehr gegolten". Zuletzt hatte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey den Start der beiden neuen Parteichefs kritisiert.